Mittelrheinbahn bei Bahntreff zu Gast

Dietmar Knerr (vorne am Pult), Geschäftsführer der Mittelrheinbahn, erläuterte die Planung für den Einsatz der neuen Ahrtalbahn-Linie RB 32. Foto: Görgler
Endspurt bei der Ahrtalbahn – MRB fährt bis Boppard

Die Arbeiten zum Wiederaufbau der Ahrtalbahn bis Ahrbrück laufen auf Hochtouren. Die beteiligten Baufirmen setzen unter der Regie von DB InfraGO alles daran, die Strecke bis zum Endpunkt wieder betriebsbereit herzustellen und befahrbar zu machen. Zielpunkt ist der Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn am Wochenende 13./14. Dezember 2025.
Der für die Fahrplangestaltung zuständige Zweckverband Rheinland-Pfalz Nord in Koblenz hat ebenfalls alle Vorbereitungen getroffen, dass der Zugbetrieb zu diesem Zeitpunkt wieder aufgenommen werden kann. Neben der Verbindung Ahrbrück bis Bonn Hbf wird es stündlich eine zweite Verbindung geben, die von Ahrbrück bis Remagen und dann alle zwei Stunden bis Boppard verkehren soll. Diese Linie, RB 32, soll ab Fahrplanwechsel durch das Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) Mittelrheinbahn (MRB) betrieben werden.
Diese Information hatte die Ahrtalbahnfreunde veranlasst, zu ihrem letzten Bahntreff Rhein-Ahr im ehemaligen Bahnhof Bad Bodendorf den Geschäftsführer der MRB, Dietmar Knerr aus Koblenz einzuladen.
Knerr hat eine langjährige betriebliche Erfahrung als Geschäftsführer mehrerer EVU und gab einen aktuellen Sachstandsbericht zu den Planungen zur Aufnahme des Zugverkehrs von Ahrbrück bis Boppard. Die MRB hat für diese neuen Verkehre zunächst drei elektrische Triebwagen der Bauart Mireo Smart (Siemens) für 8 Jahre inklusive Wartunsgsvertrag geleast. Knerr erläuterte, dass für diese neuen Verkehre rund 20 Triebfahrzeugführer benötigt werden. Diese Arbeitsplätze sollen am Standort Remagen beheimatet werden. Interessenten können sich jederzeit an die MRB wenden. Eine Abwerbung von anderen EVU wird es nicht geben.
Voraussetzung für die Aufnahme des Betriebs ist die Fertigstellung der elektrischen Fahrleitung auf der Gesamtstrecke. Außerdem müssen die Lokführer der MRB Streckenkunde bis Ahrbrück erwerben, dazu wird es eine Zusammenarbeit mit DB Regio geben.
In der Diskussion gab es viele Rückfragen und Anmerkungen der zahlreichen Gäste beim Bahntreff. Falls sich die Fertigstellung der Ahrtalbahn an einzelnen Baustellen verschieben sollte, gibt es zunächst ein Ersatzkonzept bis zur endgültigen Beendigung der Arbeiten. Besonders die Arbeiten am zweiten Gleis im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Heimersheim, wo als Hochwasserschutz längs dieser Engstelle zunächst eine bis zu 900 m lange Spundwand gesetzt wird, steht dabei im Fokus. Mit Spannung werden die Ahrtalbahnfreunde weiterhin den Fortgang der Arbeiten verfolgen.
Beim nächsten Bahntreff am 24. September im Bahnhof Bad Bodendorf wird der Verbandsdirektor des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV Nord) aus Koblenz, Thorsten Müller, zu Gast bei den Ahrtalbahnfreunden sein. Er wurde gebeten, ausführlich über die weiteren Planungen und Überlegungen für die verkehrliche und betriebliche Entwicklung auf und an der Ahrtalbahn zu berichten. Die Ahrtalbahnfreunde sind auch interessiert zu erfahren, wie die vielen anstehenden Baumaßnahmen auf den Rheinstrecken mit zum Teil langen Totalsperrungen verkehrlich ablaufen sollen. Die DB InfraGO hält nach wie vor daran fest, im nächsten Jahr die rechte Rheinstrecke für rund fünf Monate komplett zu sperren und zu erneuern. Im Jahr darauf soll dann die linke Rheinstrecke ebenfalls für fünf Monate total gesperrt und saniert werden. Nach diesen Arbeiten folgt dann eine 17-monatige Sperrung der Strecke Köln Hbf nach Köln Süd, in der vier innerstädtische Überführungen neu gebaut werden sollen. Wichtiger Hinweis: Der Bahntreff Rhein-Ahr am 24. September beginnt um 18:30 Uhr (nicht wie bisher 18 Uhr). Wolfgang Groß / ATBF

Spundwand soll Engstelle schützen

Einsatzbereit: Sechs Meter lange Profile für die Spundwand. Foto: Görgler
Aktualisierung (20.9.2025). Die Arbeiten an der tief im Boden versenkten Spundwand sind hier bereits fortgeschritten. Damit sollen Bahndamm und Gleise zwischen Heppingen und der östlichen Straßenbrücke nach Heimersheim bei Hochwassersituationen standhalten. Zwischen Spundwand und dem bestehenden Gleis bleibt Platz für die künftige Gegenspur, womit auf der Teilstrecke Remagen – Bad Neuenahr wieder ein zweipuriger Betrieb möglich sein wird. Foto: Görgler

27. Aug. 2025. Während an der Mittelahr Brückenbauwerke, Tunnelausbauten und Gleisaufbau trotz aller Erschwernisse in beeindruckendem Tempo erfolgten oder auch noch in Arbeit sind, läuft der Bahnbetrieb bereits seit Ende 2021 – also noch im Jahr der Flutkatastrophe – wieder zwischen Remagen und Walporzheim. Allerdings nicht durchgehend zweigleisig, denn auch im Bereich von Lohrsdorf, Heimersheim und Heppingen hatte die Ahr erhebliche Schäden angerichtet: Kanalisiert zwischen Weinberg, Straße und Bahnlinie auf der nördlichen Seite und der vierspurigen B 266 zum Süden hin staute sich das Hochwasser derart auf, dass die Wucht der Flutwelle Gleise und die äußerste Fahrspur des Autobahnzubringers erheblich zerstörte – von den schlimmen Überschwemmungen der umliegenden Ortsteile ganz abgesehen. Erst vor einigen Monaten konnte – zumindest provisorisch – die Zufahrt von der Ahrbrücke zwischen Lohrsdorf und Heimersheim in Richtung Westen wieder hergestellt werden, womit die alte B 266 (Landskroner Straße) vom Straßenverkehr entlastet worden ist. Sukzessive zur laufenden Elektrifizierung der Ahrtalbahn wurden in diesem Bereich bereits Baustellen umgesetzt, wie etwa in Lohrsdorf mit neuem Haltepunkt, der den ursprünglichen Stopp am ehemaligen Bahnhof Heimersheim endgültig ersetzt. Ebenso hat man den Bahnübergang in Heppingen erneuert, damit auch angepasst an die digitale Steuerung des Zugbetriebs, die mit der Elektrifizierung der Ahrtalbahn einhergeht.
Nunmehr ist der lange Gleisabschnitt von Heppingen bis zur Straßenbrücke Lohrsdorf/Heimersheim in Arbeit. Hier soll das Flussbett verbreitert werden. Dies geschieht zunächst schwerpunktmäßig am nördlichen Ufer, wie etwa in Höhe des früheren Bahnsteigs (am Heimersheimer Bahnhofsgebäude), wo die Gleise um sieben Meter in Richtung Straße versetzt werden konnten. Der Neubau des zweiten Gleises in Fahrtrichtung Remagen ist in Vorbereitung, es gilt, die Lücke von Heppingen bis an den neuen Bahnhaltepunkt Heimersheim-Lohrsdorf zu schließen. Zuvor wird bis kurz vor die Brücke eine bis zu 900 m lange, tief in den Boden gerammte Spundwand installiert, die gewährleisten soll, dass die künftig wieder zweispurige Bahntrasse gegen erneute Hochwassersituationen gewappnet ist. Über die Verbreiterung der Ahr hinaus soll bei der Neumodellierung des Flusslaufs in diesem Bereich aus einer bisherigen V-Form eine U-Form werden, womit noch mehr Wasser durchfließen kann.

Schon während der Vorarbeiten waren Baumaschienen mit „Mäkler“ im Einsatz. Dies sind Spezialgeräte mit Führungseinrichtung, mit deren Hilfe Rammgüter (Spundbohlen, Rohre, Pfähle) richtungsgenau eingebracht oder auch Bohrungen vorgenommen werden können. Damit die folgenden Spundwände den Druck durch Hochwasser aushalten, werden in festen Abständen spezielle Stützen bis zu 10 m tief in den Boden eingebracht. Foto: Görgler

Rückblick: Im Gedenken an die Flutkatastrophe von vor vier Jahren sind über die Sommermonate im Kurpark Bad Neuenahr einige Stehlen mit eindrucksvollen Bild- und Wortbeiträgen ausgestellt. Darunter auch Motive, die Hans-Jürgen Juchem, Ortsvorsteher von Lohrsdorf, am Tag nach der Flutnacht von den Weinbergen aus aufgenommen hat. Wie die beiden folgenden Fotos, die nicht nur das Ausmaß des Hochwassers zeigen, sondern auch, weshalb so umfangreich Vorsorge getroffen werden muß, damit sich die Fluten nicht wieder so extrem aufstauen. Wir bedanken uns ausdrücklich für die Bilddokumente, die wir hier veröffentlichen dürfen, die uns Hans-Jürgen Juchem aber auch mit weiteren Texten und Fotos für das künftige Ahrtalbahnmuseum (im Bahnhof Bad Bodendorf) zur Verfügung gestellt hat.

Wie ein verstopfter Trichter: Schon vor dem Bereich der nahezu kanalisierten Ahr hat sich das Wasser in der Flutnacht 2021 aufgestaut. Oben der Blick in Richtung Ahrtalbrücke. Foto: Juchem
Die Engstelle der Ahr direkt auf Höhe des ehemaligen Bahnhofs Heimersheim: Zerstörte Gleise und Straßen nach der Flut. Foto: Juchem

Zurück in die Gegenwart: Über den vielfach angeregten Verzicht auf die ohnehin hochwassergeschädigte vierte Fahrspur des Autobahnzubringers am südlichen Ufer, womit die Ahr erheblich mehr Raum in der Breite gewinnen würde, ist noch nicht entschieden worden. Arbeitskreise, Umweltschützer und die lokale Politik haben sich dafür eingesetzt. So hatte der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler einen Rückbau der B 266 im Bereich der Engstelle um 50 Prozent beschlossen, was sich auf die Gesamtbreite der Fahrbahnen bezieht. Ob dann künftig nur noch zwei oder drei Fahrspuren bei geringeren Abständen vorhanden sein werden, ist dem Vernehmen nach offen. Eine Entscheidung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) wird für den kommenden Herbst erwartet. Auch darüber, ob es möglich sein wird, einen neuen Radweg längs der B 266 zur Ahrseite hin zu installieren – wie er vor der Flut vorhanden war und gerne genutzt worden ist.

Die provisorische Zufahrt von der Ahrbrücke zwischen Lohrsdorf und Heimersheim zur Umgehungsstraße in Richtung Bad Neuenahr. Eine spürbare Entlastung für den Verkehr auf der alten B 266 etwa durch Heppingen. Das hier einst zwei Fahrspuren in Richtung Westen vorhanden waren, läßt sich seit der Flutnacht 2021 nur noch erahnen. Foto: Görgler

Im Zusammenspiel aller Maßnahmen rechnet man bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser mit einer Senkung des Wasserstands von bis zu 1,10 Meter. Flutwellen durch Wasserstau sollen neben der Entschärfung der Engstellen auch durch die verwendeten Brückenmodule mit großen Spannweiten vermieden werden. Alles Maßnahmen, die an der gesamten Ahr an verschiedenen Stellen umgesetzt oder in Betracht gezogen worden sind.

Mittig oben der neue Bahnhaltepunkt Heimersheim-Lohrsdorf. Links im Bild befinden sich zwei Gewerbebetriebe auf einem vergleichsweise tief gelegenen Grundstück. Nicht nur deswegen plädiert Ortsvorsteher Juchem für einen wirksamen Hochwasserschutz bis hin zum Bahnhaltepunkt. Foto: Görgler

Nicht ganz so glücklich mit dem Umfang der Maßnahmen äußerst sich der Lohrsdorfer Ortsvorsteher Hans-Jürgen Juchem, der die erwähnte Spundwand gerne bis an die Brücke und darüber hinaus bis zum neuen Bahnhaltepunkt durchgezogen gesehen hätte. Damit wären die Gewerbebetriebe nördlich des Bahndamms in diesem tiefer gelegenen Bereich besser geschützt. Dort ist dem Vernehmen nach bisher nur ein Erdwall als Hochwasserschutz angedacht. Unsere Anfrage dazu bei der Kreisverwaltung Ahrweiler (Abt. Hochwasserresilienz und Aufbaukoordination) ergab, dass man an einer Lösung in Abstimmung mit allen zuständigen Stellen arbeitet. Angestrebt wird die Fortführung des durch die Spundwand geschaffenen Hochwasserschutzes in anderer Bauweise bis zum Bahnhaltepunkt in Lohrsdorf. Weitere Informationen dazu sind erst nach Abschluß der Planungen möglich.
Seitens der Bahn ist man da schon genauer: Ab dem Frühjahr 2026 rechnet man damit, dass vereinbarungsgemäß die 900 m langen Stützmauer durchgehend fertiggestellt ist. Erst dann kann nämlich die Lücke im zweiten Gleis in Fahrtrichtung Remagen geschlossen werden. Dies wirkt sich leider auch auf den Fahrplan bis hin zur Endstation aus: Bis zur Fertigstellung des zweiten Gleises im Bereich Heimersheim wird die neue Linie RB 32 – betrieben von der Mittelrheinbahn (MRB) – ab Freigabe der gesamten Strecke (13./14. Dezember 2025) vorerst nur bis Altenahr fahren, wo der Richtungswechsel auf zwei Gleisen erfolgt, womit auch ein entgegenkommender Zug kreuzen kann. Den MRB-Zügen würden nämlich, so nach eigener Auskunft, am eingleisigen Endhaltepunkt Ahrbrück nur 3 Minuten Zeit zum Ein- und Aussteigen samt Richtungswechsel bleiben – dies sei zu wenig. Dagegen passt es für die Regionalbahnen der Linie RB 30 vom Betreiber DB Regio besser: Ab Freigabe der Gesamtstrecke sind sie sofort stündlich durchgehend von Remagen bis Ahrbrück unterwegs. Sind alle Lücken im Gleisnetz geschlossen, wird auch der vorgesehene 20/40-Min-Takt mit beiden Linien funktionieren. JG

Oben links läßt sich das Ende der im Bau befindlichen Spundwand erkennen (Abdeckplane bis zum gelben Container). Ab der Brücke nimmt der Abstand zwischen Bahngleis und Ahr zu; dennoch ist die Sorge bei künftigen Hochwassern vor einer Überflutung der Gewerbegrundstücke auf der Lohrsdorfer Seite der Brücke nachvollziehbar. Foto: Görgler

Wichtiger Neubau gestartet: Apollinaris-Brücke Heppingen

Heppingen/Oktober 2024. Drei Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe an der Ahr (Juli 2021), die unter anderem die historische Brückenverbindung zwischen Heppingen ud Heimersheim zerstörte, wird nun eine neue Straßenverbindung zwischen den beiden östlichen Ortsteilen von Bad Neuenahr-Ahrweiler errichtet. Die ursprüngliche Bogenbrücke, ein geschütztes Denkmal (51 m lang, erbaut 1897), konnte dem enormen Druck des Hochwassers nicht standhalten und wurde bis auf das Widerlager mit Bogenansatz auf der Heppinger Seite völlig zerstört.
Der Neubau der Brücke – der erste Spatenstich erfolgte im September – soll nach einjähriger Bauzeit noch 2025 abgeschlossen sein. Mit einer Länge von 60 Metern – ohne zusätzliche Stützpfeiler – wird der Flutgefahr Rechnung getragen und der mögliche Durchfluß deutlich erhöht. Laut dem Stuttgarter Planungsbüro „schlaich bergermann partner“ (dass von der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler beauftragt wurde) handelt es sich um ein modern anmutendes Bauwerk mit Einspannung am Widerlager. Das Tragwerk besteht aus wetterfestem Stahl, mit im Verbund liegender Betonfahrbahnplatte.

Die Vorbereitungen für das Widerlager des Brückenneubaus sind bereits im Gange. Schon im Laufe des Jahres 2025 soll die neue Ahrquerung in Betrieb genommen werden. Foto: Görgler
Die neue Ahrbrücke zwischen Heppingen und Heimersheim wird mit 61 m Länge spürbar größer sein als die bisherige mit vier Bögen. Somit wird der Ahr viel Raum auch bei Hochwasser gegeben. Foto: Planungsbüro „schlaich bergermann partner“

Die wiederhergestellte Verkehrsverbindung wird für beidseitigen Radfahrer- und Fußgängerverkehr konzipiert sein, zudem für Pkw mit Gegenverkehr. LKW sollen das Bauwerk ausdrücklich nicht befahren, ausgenommen sind Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge. Kalkuliert sind Gesamtkosten von etwa 4,75 Millionen Euro, die aus dem Wiederaufbaufonds abgedeckt sind.

Der Bahnübergang an der Martinusstraße führt zur derzeit noch provisorischen Ahrquerung in Richtung Heppinger Straße / Heimersheim. Der Brückenneubau läuft bereits (Bereich gelber Pfeil). Foto: Görgler

Zeitnah folgen in der Kernstadt weitere Brückenneubauten, so an der Landgrafenstraße, im Bereich von Bachem sowie die wichtige Flußquerung gegenüber dem Ahrtor, wo der Verkehr aus der Innenstadt auch in Richtung Ramersbach erfolgt, zudem eine schnelle Verbindung von und zum künftigen Feuerwehrgerätehaus auf dem ehemaligen Abenteuerspielplatz an der Ramersbacher Straße ermöglicht.

Die alte Heppinger Brücke (Apollinaris-Brücke) wurde 1897 als Bogenbrücke mit vier Bögen aus roten Ziegelsteinen erbaut. Ihre Vorgänger aus Holz wurden bei früheren Hochwassern mehrfach zerstört. Dieses Schicksal traf das hübsche Bauwerk in der Flut 2021. Foto: Toni Simons /AW-Wiki

Zurück nach Heppingen: Zu erwähnen ist, dass der vorhandene Restbogen der alten Apollinaris-Brücke als Mahnmal für die Opfer der schlimmen Flutkatstrophe erhalten bleiben soll.

Auf diesem Foto (Anfang Oktober 2024) ist die provisorische Brücke (links) sowie das vorbereitete Baugelände mit dem abestützten Rest des ersten Bogens der alten Brücke zu sehen. Foto: Görgler

Haltepunkt Heimersheim-Lohrsdorf

20.6.2024. Heimersheim-Lohrsdorf. Die Arbeiten am neuen Haltepunkt Heimersheim-Lohrsdorf (der östlichste im Bereich der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler) nehmen Konturen an. Nach Fertigstellung noch in diesem Jahr entfällt künftig der provisorische Bahnsteig in Heimersheim neben dem ehemaligen Bahnhofsgebäude. Foto: Ronny Burr

Baubeginn Haltepunkt Heimersheim-Lohrsdorf

Die Baustelle für den künftigen Bahnhaltepunkt „Lohrsdorf/Heimersheim“, östlich der Straßenbrücke (Ahrquerung) zwischen B266 alt/neu im Bereich von Lohrsdorf gelegen

12.4.2024. Ahrtal/Heimersheim/Lohrsdorf. Step by Step, doch das im verlässlichen Tempo: Die Deutsche Bahn AG bzw. ihr Tochterunternehmen DB InfraGO AG gibt beim Wiederaufbau der Ahrtalbahn „Gas“ und arbeitet zügig große und kleine Probleme ab. So auch bei der Verschiebung des Haltepunktes Heimersheim um 700 Meter ahrabwärts in den Ortsbereich von Lohrsdorf. Damit haben alle Beteiligten (Stadtrat, Ortsbeirat, Arbeitskreise und natürlich auch die Bahn) mehrere Hürden auf einmal genommen: Kein aufwändiger Neubau der in der Flutkatastrophe 2021 zerstörten Fußgängerbrücke, eine akzeptable Entfernung zum neuen Haltepunkt und bei Hochwasser mehr Fläche für die Ahr an der Engstelle im Bereich des einstigen Bahnhofs Heimersheim. Nicht zu vergessen: Die Aussicht auf einen weiteren Bahnstopp im Ortsbereich von Heppingen, der sicherlich auch für die Bevölkerung von Gimmigen und dem westlichen Teil Heimersheims interessant sein wird (für diese neue Einrichtung steht noch die amtliche Genehmigung aus).

Nahezu vergessen bei der kleinen Feierstunde mit obligatorischem ersten Spatenstich war die mitunter harte Diskussion um die Namensgebung für den neuen Haltepunkt: „Lohrsdorf/Heimersheim“ oder „Heimersheim/Lohrsdorf“ oder gar „Heimersheim-Ost/Lohrsdorf“ lauteten dem Vernehmen nach die Vorschläge aus den Ortsteilen. Schließlich hatte der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler das letzte Wort und die Größe der Bevölkerung berücksichtigt, wonach „Heimersheim/Lohrsdorf“ die offizielle Bezeichnung sein wird.
Voraussichtlich noch dieses Jahr soll der neue Haltepunkt mit zwei Bahnsteigen einschließlich Bahnübergang fertig und der provisorische hölzerne Bahnsteig am ehemaligen Bahnhof Heimersheim zurückgebaut sein.

Böschung befestigt, Straßendecke hergerichtet? Der Schein trügt, diese Maßnahme gilt nur als temporäre Lösung, um bei Hochwasser ein Wegspülen der Böschung längs der B 266 zu vermeiden. Der gelbe Pfeil zeigt den Bereich um den ehemaligen Bahnhof Heimersheim, der derzeit noch als provisorischer Haltepunkt in Betrieb ist

Blickt man von der Straßenbrücke (Ahrquerung) auf die ebenfalls bei der Flutkatastrophe 2021 zerstörten beiden Fahrspuren der B 266 in Richtung Westen/Stadtgebiet, fällt auf, dass Böschung und äußerer Rand der Straßendecke befestigt worden sind. Diese Maßnahme gilt nur als temporäre Lösung, bis die B 266 wieder komplett hergerichtet sein wird. Allerdings stehen immer noch durchaus einleuchtende Argumente für eine insgesamt nur zweispurige Lösung (eine je Fahrtrichtung) im Raum, um auch dadurch die Hochwassergefahr zu mindern, zumal das Verkehrsaufkommen in den letzten Jahren gezeigt hat, dass im Normalfall (ohne Umleitungsverkehr von der A 61 aus) keine vier Spuren nötig sind.

Zur weiteren Information: Die eingangs erwähnte DB InfraGO AG ist ein bundeseigenes Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen als hundertprozentige Tochter der Deutschen Bahn AG, das am 27. Dezember 2023 durch Umbenennung der DB Netz AG sowie Verschmelzung der DB Station&Service in dieses Unternehmen entstanden ist.
 Text/Fotos Jürgen Görgler