Überraschung nach einem interessanten Vortrag: Stephan Pauly (links) überreichte den Ahrtalbahnfreunden seine private Sammlung von Zuglaufschildern als Dauerleihgabe. Aus heutiger Sicht mehr als erstaunlich, wieviel Zugverbindungen es einst ins Ahrtal gab. Vereinsvorsitzender Ulrich Stumm bedankte sich herzlich für weitere Exponate im künftigen Ahrtalbahnmuseum.
Bad Bodendorf. Zum ersten Bahntreff im neuen Jahr konnte Ulrich Stumm, Vorsitzender der Ahrtalbahnfreunde, mit Stephan Pauly den Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) in den Räumen des Bad Bodendorfer Bahnhofs begrüßen. Ulrich Stumm wies zunächst auf einige Veranstaltungen mit einer möglichen Beteiligung der Ahrtalbahnfreunde hin. So gab es eine Anfrage für ein Mitwirken beim Bad Bodendorfer Weinfest und dem Richtfest im Freilichtmuseum Kommern, wo der Bahnhof Walporzheim komplett wieder aufgebaut wird. Da es auch enge Verknüpfungen zur Brohltalbahn gibt, wies er auf zwei Veranstaltungen anlässlich des dortigen 125-jährigen Bestehens hin. Stephan Pauly, der im Übrigen schon vor und während seines Studiums durch verschiedene Tätigkeiten eng mit der Bahn verwurzelt ist, gab anschließend einen Überblick über die Struktur des Busverkehrs im Ahrkreis und der benachbarten Region. Nach der verheerenden Ahrflut 2021 wurde aufgrund des Wegfalls der Ahrtalbahn der gesamte Busverkehr neu geordnet. Da die Schülerbeförderung eine Pflichtaufgabe des Kreises ist, mussten hier entsprechende Regelungen getroffen werden. Aufgrund der streckenweisen Wiederinbetriebnahme der Ahrtalbahn und der nach und nach wieder nutzbaren Schuleinrichtungen, waren hier ständig Fahrplanänderungen erforderlich. Das alles stellte eine ganz besondere Herausforderung für den VRM dar. Nachdem seit Mitte Dezember 2025 die Ahrtalbahn wieder durchgehend bis Ahrbrück fährt, waren erneut Anpassungen nötig. Pauly stellte einige Streckenverläufe der Busse dar. Ein besonderer Hinweis galt dem Radbus mit Transportmöglichkeiten von 20 Fahrrädern, der von April bis Oktober täglich von Altenahr – an Wochenenden sogar ab Dernau – bis nach Blankenheim verkehrt. Für viele sicher auch neu die Direktverbindung von Sinzig nach Maria Laach. Im Anschluss erfolgte eine interessante Diskussion mit verschiedenen Fragen der Bahntreff-Besucher. So wurde von einem Teilnehmer die aktuell mangelnde ÖPNV-Anbindung von Marienthal angesprochen. Das Kloster selbst sei sicher ein bedeutender Anziehungspunkt. Hinzu käme, dass neue Wanderrouten mit Start und Ziel in Marienthal geschaffen worden seien. Hierzu gab es aber offensichtlich im Vorfeld keine näheren Informationen vom Tourismusverband an den VRM, um dem auch verkehrsmäßig gerecht zu werden, wie Pauly anmerkte. Abschließend überreichte Stephan Pauly aus seiner privaten Sammlung eine Reihe alter Zugtafeln als Leihgabe für das im Aufbau befindliche Ahrtalbahnmuseum – eine willkommene Aktion, für die es einmal mehr Beifall gab. Es war wieder einmal eine interessante und sehr informative Veranstaltung der Ahrtalbahnfreunde. Das nächstes Treffen steht dann am 25. Februar an, wie immer im Bad Bodendorfer Bahnhofsgebäude. Das dann aktuelle Thema wird rechtzeitig bekanntgegeben. Weitere Informationen dazu auch im Internet unter www.ahrtalbahnfreunde.de oder auf Instagram . Text Detlef Griesbach, Foto Jürgen Görgler
Die Ahrtalbahnfreunde beim Ausstieg auf dem Bahnhof in Speyer. Foto: Uli StummDer Speyrer Dom, hier mit Blick aus der Maximilianstraße mit dem Stadthaus links. Der bedeutende Sakralbau zählt zu den drei romanischen Kaiserdomen in Deutschland (geweiht 1061). Als größte romanische Kirche überhaupt steht er auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Foto: Jürgen Görgler
Oktober 2025 / ATBF. Schon fast zur Tradition geworden ist die herbstliche Sonderfahrt des rührigen Vereins. War im letzten Jahr zum 35. Jahrestag des Mauerfalls Berlin das Ziel, ging kürzlich eine Gruppe von Vereinsmitgliedern und Befreundeten auf große Fahrt. Natürlich wurde mit der Bahn gereist, aber nicht einfach so. Zum Einsatz kam wieder der Sonderzug des Kölner Vereins „Baureihe E 10“ (https://www.e10ev.de/). Es handelt sich hierbei um einen historischen Zug aus dem späten letzten Jahrhundert im charakteristischen weinrot-beigen Outfit. Um 5:58 Uhr ging es am Samstagmorgen ab Remagen los. Zunächst rheinabwärts, bei einigen Zwischenhalten an der Rheinschiene und im Ruhrgebiet stiegen in Witten dann auch die letzten Fahrgäste zu. Die Ahrtalbahnfreunde hatten einen ganzen Großraumwagen, natürlich 1. Klasse mit viel Beinfreiheit, für sich alleine belegt. Um die lange Fahrtzeit auch körperlich gut zu überstehen, war für Snacks und flüssige Nahrung bestens gesorgt. Entweder deckte man sich im Bistrowagen selbst ein, oder wurde vom überaus freundlichen Personal mittels voll beladenem Servicewagen am Platz bedient, und das Ganze zu überaus zivilen Preisen. Klar, dass bei einem solchen Angebot dann auch allerbeste Stimmung aufkam. Hier eine kleine Plauderei mit Freunden, da lernte man neue nette Leute kennen, die Zeit verging dabei ganz schnell. Pünktlich, und das ist heute ja gar nicht so oft der Fall, erreichte der Zug kurz nach halb zwei den Zielbahnhof Speyer. Hier gab es ganz unterschiedliche Angebote. Die einen besuchten das Technikmuseum, andere ließen sich bei einer Stadtführung die Geschichte Speyers näherbringen – natürlich mit einem Besuch des Doms, dem weltweit größten romanischen Kirchenbau. Und manche schlenderten einfach so durch die Stadt und ließen es sich bei einem leckeren Stück Kuchen gut gehen.
Eine interessant Stadtführung gehört zum Programm beim Besuch der rheinland-pfälzischen Domstadt. Foto: Edgar Steinborn
Pünktlich kurz nach halb sieben ging es wieder heimwärts. Neben leckeren hausgemachten Frikadellen und anderen Kleinigkeiten bot die Küche nun auch warmen Fleischkäse an. Und Getränke waren auch noch genügend an Bord. So verlief die Rückfahrt wieder in einer geselligen, freundlichen Atmosphäre. War die Hinfahrt absolut pünktlich, einen kleinen Wermutstropfen musste man doch schlucken: Wegen einer Stellwerksstörung bei St. Goar wurde der Zug bei Mainz zunächst auf die rechte Rheinseite umgeleitet, hatte hier wegen Bauarbeiten auch noch einige kleine Verzögerungen. Nach erneutem Rheinwechsel traf man eine halbe Stunde später in Remagen ein. Das war aber leicht zu verkraften, denn im Kreis von Freunden schaut man eh nicht so sehr auf die Uhr. Ein langer, aber sehr schöner Tag ging zu Ende – es war wieder ein tolles Erlebnis. Viele haben schon ihr Interesse gezeigt für die nächste Fahrt: Am 5. Dezember 2026 geht es dann zum Weihnachtsmarkt nach Lübeck. Die Freunde der Ahrtalbahn werden dann sicher wieder mit großem Gefolge dabei sein. DG
Fachleute der Bahn und Politik infirmierten sich über den gelungenen Wiederaufbau der Ahrtalbahn. Zum Einsatz kam ein klassischer alter Schienenbus (VT 798) der EVG aus Linz am Rhein. Foto: Willi Tempel
Oktober 2025/Ahrtal. Für Aufsehen sorgte kürzlich ein roter Schienenbus, der auf der noch nicht freigegebenen Gesamtstrecke der Ahrtalbahn bis nach Kreuzberg unterwegs war. Anlaß war die siebte Sitzung des Sektorbeirats im Bundesverkehrsmínisterium beim Eisenbahnbundesamt in Bonn.
Als Sonderzugfahrt ging es zunächst vom Bonner Hauptbahnhof bis zum derzeitigen Endpunkt der Ahrstrecke am Haltepunkt Walporzheim; diese Strecke konnte bereits Ende 2021 – mit einigen Einschränkungen – wieder in Betrieb genommen werden. Ab Walporzheim, wo der Bereich Mittelahr beginnt, durfte der Schienenbus nur unter besonderen betrieblichen Rahmenbedingungen gefahren werden; die Fahrt war also sehr langsam, mit genügend Zeit für die teilnehmenden Fachleute, den fortgeschittenen Wiederaufbau zu verfolgen. Mit an Bord war Christian Sauer, als Projektleiter der DB (Deutsche Bahn) InfraGO für den Wiederaufbau der Ahrtalbahn verantwortlich.Die erfolgreichen Tunnel-Umbauten (Erhöhung wegen der Elektrifizierung) beeindruckten ebenso wie die neuen Eisenbahnbrücken und die vielen wiederhergestellten Bahndämme. Der Hochwasser resiliente Aufbau – zum Beispiel am Laacher Bogen – wurde erläutert. Auf der Gesamtstrecke erhielt die Gruppe Informationen zu den neuen bzw. wieder aufgebauten Haltepunkten Bad Bodendorf, Heimersheim-Lohrsdorf (statt bisher Heimersheim), Walporzheim, Dernau, Rech, Mayschoß, Altenahr (Kreuzungsbahnhof) und Kreuzberg, zudem wurde die Funktion des neuen elektronischen Stellwerks am Bahnhof Ahrweiler erklärt.
Alle Teilnehmer/Innen waren vom schnellen Fortschritt sowie die Art und Weise des Wiederaufbaus der Ahrtalbahn beeindruckt. Für Mitte Dezember ist die offizielle Eröffnung der Gesamtstrecke über Walporzheim hinaus bis zum End-Haltepunkt Ahrbrück geplant. WT
Euskirchen/Oktober 2025: Vier Jahre nach der Flutkatastrophe an der Ahr ist der damals im Hochwasser stehende Triebwagen Nr. 620045 wieder im Einsatz. Bahnfreund Jürgen Gies entdeckte den von Alstom gebauten LINT am Bahnhof Euskirchen und stellte das Bildmaterial unserem Verein zur Verfügung. Das zweite Bildmotiv zeigt den Abtransport der Regionalbahn im September 2022, die dazu vom Bahnhof Kreuzberg nach Ahrbrück gebracht wurde. Über den Ablauf und die Kosten der Wiederherstellung haben wir bisher leider keine Auskünfte erhalten. Die Bahn ist heute wie damals für Vareo im Einsatz, eine Marke des Zweckverbands go.Rheinland, die u. a. auch das Ahrtal bedient. Ob Triebwagen Nr. 620045 auch direkt wieder im Ahrtal eingesetzt wird, ist sicherlich möglich. Über aktuelle Fotos, die wir gerne hier auch veröffentlichen, würden wir uns sehr freuen! JG/Foto: J. Gies
Rückblick: Überflutete Regionalbahn, Abtransport über Ahrbrück
Hochbetrieb mit schwerem Gerät: Auf dem Parkplatz am Bahnhof Ahrbrück erfolgte die Verladung der drei Zugteile „von der Schiene auf die Straße“
06.09.2022. Ahrbrück. Geschafft! In einer großangelegten Aktion wurde heute morgen die über 100 Tonnen schwere Regionalbahn – in drei Teilen – auf Schwertransporter verladen. Am Abend bzw. über Nacht soll der Transport zum Bahnhofsgelände Meckenheim erfolgen. Die Drehgestelle des Zuges mußten übrigens nicht demontiert werden; vielmehr hat man die Magnetschienenbremsen entfernt und Querträger unter die Gelenke geschoben, so dass diese mittig angehoben und komplett mit den Wagenteilen abtransportiert werden konnten. Bereits vor Wochen hatte der 80 m langen Zug „Fahrt aufgenommen“, indem man ihn vom Bahngelände in Kreuzberg (wo er am Abend des 14. Juli 2021 von den Wassermassen überflutet worden war) mit einem Mehrzweckfahrzeug nach Ahrbrück zog. Dazu mußten extra Behelfsgleise montiert werden, da die regulären Schienen durch die Flut mit ungeheurer Wucht aus ihrem Gleisbett gerissen und demoliert wurden.
Nicht nur für die Kranführer der Fa. Floßdorf Millimeterarbeit…
In Meckenheim ist wiederum die Verladung auf die Schiene geplant, denn die erheblich beschädigte Regionalbahn soll zum Werk des Herstellers geschleppt und repariert werden. Für den Transport über die Straße hatte man u. a. den Lingenberg-Tunnel oberhalb von Altenahr zweitweise sperren müssen, um etwa störende Schilder zu demontieren. Interessant dazu auch das Video über den Abtransport der Bahn auf dem Youtube-Kanal „Einsatzfahrten Rheinland“. JG
Dietmar Knerr (vorne am Pult), Geschäftsführer der Mittelrheinbahn, erläuterte die Planung für den Einsatz der neuen Ahrtalbahn-Linie RB 32. Foto: Görgler
Endspurt bei der Ahrtalbahn – MRB fährt bis Boppard
Die Arbeiten zum Wiederaufbau der Ahrtalbahn bis Ahrbrück laufen auf Hochtouren. Die beteiligten Baufirmen setzen unter der Regie von DB InfraGO alles daran, die Strecke bis zum Endpunkt wieder betriebsbereit herzustellen und befahrbar zu machen. Zielpunkt ist der Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn am Wochenende 13./14. Dezember 2025. Der für die Fahrplangestaltung zuständige Zweckverband Rheinland-Pfalz Nord in Koblenz hat ebenfalls alle Vorbereitungen getroffen, dass der Zugbetrieb zu diesem Zeitpunkt wieder aufgenommen werden kann. Neben der Verbindung Ahrbrück bis Bonn Hbf wird es stündlich eine zweite Verbindung geben, die von Ahrbrück bis Remagen und dann alle zwei Stunden bis Boppard verkehren soll. Diese Linie, RB 32, soll ab Fahrplanwechsel durch das Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) Mittelrheinbahn (MRB) betrieben werden. Diese Information hatte die Ahrtalbahnfreunde veranlasst, zu ihrem letzten Bahntreff Rhein-Ahr im ehemaligen Bahnhof Bad Bodendorf den Geschäftsführer der MRB, Dietmar Knerr aus Koblenz einzuladen. Knerr hat eine langjährige betriebliche Erfahrung als Geschäftsführer mehrerer EVU und gab einen aktuellen Sachstandsbericht zu den Planungen zur Aufnahme des Zugverkehrs von Ahrbrück bis Boppard. Die MRB hat für diese neuen Verkehre zunächst drei elektrische Triebwagen der Bauart Mireo Smart (Siemens) für 8 Jahre inklusive Wartunsgsvertrag geleast. Knerr erläuterte, dass für diese neuen Verkehre rund 20 Triebfahrzeugführer benötigt werden. Diese Arbeitsplätze sollen am Standort Remagen beheimatet werden. Interessenten können sich jederzeit an die MRB wenden. Eine Abwerbung von anderen EVU wird es nicht geben. Voraussetzung für die Aufnahme des Betriebs ist die Fertigstellung der elektrischen Fahrleitung auf der Gesamtstrecke. Außerdem müssen die Lokführer der MRB Streckenkunde bis Ahrbrück erwerben, dazu wird es eine Zusammenarbeit mit DB Regio geben. In der Diskussion gab es viele Rückfragen und Anmerkungen der zahlreichen Gäste beim Bahntreff. Falls sich die Fertigstellung der Ahrtalbahn an einzelnen Baustellen verschieben sollte, gibt es zunächst ein Ersatzkonzept bis zur endgültigen Beendigung der Arbeiten. Besonders die Arbeiten am zweiten Gleis im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Heimersheim, wo als Hochwasserschutz längs dieser Engstelle zunächst eine bis zu 900 m lange Spundwand gesetzt wird, steht dabei im Fokus. Mit Spannung werden die Ahrtalbahnfreunde weiterhin den Fortgang der Arbeiten verfolgen. Beim nächsten Bahntreff am 24. September im Bahnhof Bad Bodendorf wird der Verbandsdirektor des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV Nord) aus Koblenz, Thorsten Müller, zu Gast bei den Ahrtalbahnfreunden sein. Er wurde gebeten, ausführlich über die weiteren Planungen und Überlegungen für die verkehrliche und betriebliche Entwicklung auf und an der Ahrtalbahn zu berichten. Die Ahrtalbahnfreunde sind auch interessiert zu erfahren, wie die vielen anstehenden Baumaßnahmen auf den Rheinstrecken mit zum Teil langen Totalsperrungen verkehrlich ablaufen sollen. Die DB InfraGO hält nach wie vor daran fest, im nächsten Jahr die rechte Rheinstrecke für rund fünf Monate komplett zu sperren und zu erneuern. Im Jahr darauf soll dann die linke Rheinstrecke ebenfalls für fünf Monate total gesperrt und saniert werden. Nach diesen Arbeiten folgt dann eine 17-monatige Sperrung der Strecke Köln Hbf nach Köln Süd, in der vier innerstädtische Überführungen neu gebaut werden sollen. Wichtiger Hinweis: Der Bahntreff Rhein-Ahr am 24. September beginnt um 18:30 Uhr (nicht wie bisher 18 Uhr). Wolfgang Groß / ATBF
Einsatzbereit: Sechs Meter lange Profile für die Spundwand. Foto: Görgler
Aktualisierung (20.9.2025). Die Arbeiten an der tief im Boden versenkten Spundwand sind hier bereits fortgeschritten. Damit sollen Bahndamm und Gleise zwischen Heppingen und der östlichen Straßenbrücke nach Heimersheim bei Hochwassersituationen standhalten. Zwischen Spundwand und dem bestehenden Gleis bleibt Platz für die künftige Gegenspur, womit auf der Teilstrecke Remagen – Bad Neuenahr wieder ein zweipuriger Betrieb möglich sein wird. Foto: Görgler
27. Aug. 2025. Während an der Mittelahr Brückenbauwerke, Tunnelausbauten und Gleisaufbau trotz aller Erschwernisse in beeindruckendem Tempo erfolgten oder auch noch in Arbeit sind, läuft der Bahnbetrieb bereits seit Ende 2021 – also noch im Jahr der Flutkatastrophe – wieder zwischen Remagen und Walporzheim. Allerdings nicht durchgehend zweigleisig, denn auch im Bereich von Lohrsdorf, Heimersheim und Heppingen hatte die Ahr erhebliche Schäden angerichtet: Kanalisiert zwischen Weinberg, Straße und Bahnlinie auf der nördlichen Seite und der vierspurigen B 266 zum Süden hin staute sich das Hochwasser derart auf, dass die Wucht der Flutwelle Gleise und die äußerste Fahrspur des Autobahnzubringers erheblich zerstörte – von den schlimmen Überschwemmungen der umliegenden Ortsteile ganz abgesehen. Erst vor einigen Monaten konnte – zumindest provisorisch – die Zufahrt von der Ahrbrücke zwischen Lohrsdorf und Heimersheim in Richtung Westen wieder hergestellt werden, womit die alte B 266 (Landskroner Straße) vom Straßenverkehr entlastet worden ist. Sukzessive zur laufenden Elektrifizierung der Ahrtalbahn wurden in diesem Bereich bereits Baustellen umgesetzt, wie etwa in Lohrsdorf mit neuem Haltepunkt, der den ursprünglichen Stopp am ehemaligen Bahnhof Heimersheim endgültig ersetzt. Ebenso hat man den Bahnübergang in Heppingen erneuert, damit auch angepasst an die digitale Steuerung des Zugbetriebs, die mit der Elektrifizierung der Ahrtalbahn einhergeht. Nunmehr ist der lange Gleisabschnitt von Heppingen bis zur Straßenbrücke Lohrsdorf/Heimersheim in Arbeit. Hier soll das Flussbett verbreitert werden. Dies geschieht zunächst schwerpunktmäßig am nördlichen Ufer, wie etwa in Höhe des früheren Bahnsteigs (am Heimersheimer Bahnhofsgebäude), wo die Gleise um sieben Meter in Richtung Straße versetzt werden konnten. Der Neubau des zweiten Gleises in Fahrtrichtung Remagen ist in Vorbereitung, es gilt, die Lücke von Heppingen bis an den neuen Bahnhaltepunkt Heimersheim-Lohrsdorf zu schließen. Zuvor wird bis kurz vor die Brücke eine bis zu 900 m lange, tief in den Boden gerammte Spundwand installiert, die gewährleisten soll, dass die künftig wieder zweispurige Bahntrasse gegen erneute Hochwassersituationen gewappnet ist. Über die Verbreiterung der Ahr hinaus soll bei der Neumodellierung des Flusslaufs in diesem Bereich aus einer bisherigen V-Form eine U-Form werden, womit noch mehr Wasser durchfließen kann.
Schon während der Vorarbeiten waren Baumaschienen mit „Mäkler“ im Einsatz. Dies sind Spezialgeräte mit Führungseinrichtung, mit deren Hilfe Rammgüter (Spundbohlen, Rohre, Pfähle) richtungsgenau eingebracht oder auch Bohrungen vorgenommen werden können. Damit die folgenden Spundwände den Druck durch Hochwasser aushalten, werden in festen Abständen spezielle Stützen bis zu 10 m tief in den Boden eingebracht. Foto: Görgler
Rückblick: Im Gedenken an die Flutkatastrophe von vor vier Jahren sind über die Sommermonate im Kurpark Bad Neuenahr einige Stehlen mit eindrucksvollen Bild- und Wortbeiträgen ausgestellt. Darunter auch Motive, die Hans-Jürgen Juchem, Ortsvorsteher von Lohrsdorf, am Tag nach der Flutnacht von den Weinbergen aus aufgenommen hat. Wie die beiden folgenden Fotos, die nicht nur das Ausmaß des Hochwassers zeigen, sondern auch, weshalb so umfangreich Vorsorge getroffen werden muß, damit sich die Fluten nicht wieder so extrem aufstauen. Wir bedanken uns ausdrücklich für die Bilddokumente, die wir hier veröffentlichen dürfen, die uns Hans-Jürgen Juchem aber auch mit weiteren Texten und Fotos für das künftige Ahrtalbahnmuseum (im Bahnhof Bad Bodendorf) zur Verfügung gestellt hat.
Wie ein verstopfter Trichter: Schon vor dem Bereich der nahezu kanalisierten Ahr hat sich das Wasser in der Flutnacht 2021 aufgestaut. Oben der Blick in Richtung Ahrtalbrücke. Foto: JuchemDie Engstelle der Ahr direkt auf Höhe des ehemaligen Bahnhofs Heimersheim: Zerstörte Gleise und Straßen nach der Flut. Foto: Juchem
Zurück in die Gegenwart: Über den vielfach angeregten Verzicht auf die ohnehin hochwassergeschädigte vierte Fahrspur des Autobahnzubringers am südlichen Ufer, womit die Ahr erheblich mehr Raum in der Breite gewinnen würde, ist noch nicht entschieden worden. Arbeitskreise, Umweltschützer und die lokale Politik haben sich dafür eingesetzt. So hatte der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler einen Rückbau der B 266 im Bereich der Engstelle um 50 Prozent beschlossen, was sich auf die Gesamtbreite der Fahrbahnen bezieht. Ob dann künftig nur noch zwei oder drei Fahrspuren bei geringeren Abständen vorhanden sein werden, ist dem Vernehmen nach offen. Eine Entscheidung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) wird für den kommenden Herbst erwartet. Auch darüber, ob es möglich sein wird, einen neuen Radweg längs der B 266 zur Ahrseite hin zu installieren – wie er vor der Flut vorhanden war und gerne genutzt worden ist.
Die provisorische Zufahrt von der Ahrbrücke zwischen Lohrsdorf und Heimersheim zur Umgehungsstraße in Richtung Bad Neuenahr. Eine spürbare Entlastung für den Verkehr auf der alten B 266 etwa durch Heppingen. Das hier einst zwei Fahrspuren in Richtung Westen vorhanden waren, läßt sich seit der Flutnacht 2021 nur noch erahnen. Foto: Görgler
Im Zusammenspiel aller Maßnahmen rechnet man bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser mit einer Senkung des Wasserstands von bis zu 1,10 Meter. Flutwellen durch Wasserstau sollen neben der Entschärfung der Engstellen auch durch die verwendeten Brückenmodule mit großen Spannweiten vermieden werden. Alles Maßnahmen, die an der gesamten Ahr an verschiedenen Stellen umgesetzt oder in Betracht gezogen worden sind.
Mittig oben der neue Bahnhaltepunkt Heimersheim-Lohrsdorf. Links im Bild befinden sich zwei Gewerbebetriebe auf einem vergleichsweise tief gelegenen Grundstück. Nicht nur deswegen plädiert Ortsvorsteher Juchem für einen wirksamen Hochwasserschutz bis hin zum Bahnhaltepunkt. Foto: Görgler
Nicht ganz so glücklich mit dem Umfang der Maßnahmen äußerst sich der Lohrsdorfer Ortsvorsteher Hans-Jürgen Juchem, der die erwähnte Spundwand gerne bis an die Brücke und darüber hinaus bis zum neuen Bahnhaltepunkt durchgezogen gesehen hätte. Damit wären die Gewerbebetriebe nördlich des Bahndamms in diesem tiefer gelegenen Bereich besser geschützt. Dort ist dem Vernehmen nach bisher nur ein Erdwall als Hochwasserschutz angedacht. Unsere Anfrage dazu bei der Kreisverwaltung Ahrweiler (Abt. Hochwasserresilienz und Aufbaukoordination) ergab, dass man an einer Lösung in Abstimmung mit allen zuständigen Stellen arbeitet. Angestrebt wird die Fortführung des durch die Spundwand geschaffenen Hochwasserschutzes in anderer Bauweise bis zum Bahnhaltepunkt in Lohrsdorf. Weitere Informationen dazu sind erst nach Abschluß der Planungen möglich. Seitens der Bahn ist man da schon genauer: Ab dem Frühjahr 2026 rechnet man damit, dass vereinbarungsgemäß die 900 m langen Stützmauer durchgehend fertiggestellt ist. Erst dann kann nämlich die Lücke im zweiten Gleis in Fahrtrichtung Remagen geschlossen werden. Dies wirkt sich leider auch auf den Fahrplan bis hin zur Endstation aus: Bis zur Fertigstellung des zweiten Gleises im Bereich Heimersheim wird die neue Linie RB 32 – betrieben von der Mittelrheinbahn (MRB) – ab Freigabe der gesamten Strecke (13./14. Dezember 2025) vorerst nur bis Altenahr fahren, wo der Richtungswechsel auf zwei Gleisen erfolgt, womit auch ein entgegenkommender Zug kreuzen kann. Den MRB-Zügen würden nämlich, so nach eigener Auskunft, am eingleisigen Endhaltepunkt Ahrbrück nur 3 Minuten Zeit zum Ein- und Aussteigen samt Richtungswechsel bleiben – dies sei zu wenig. Dagegen passt es für die Regionalbahnen der Linie RB 30 vom Betreiber DB Regio besser: Ab Freigabe der Gesamtstrecke sind sie sofort stündlich durchgehend von Remagen bis Ahrbrück unterwegs. Sind alle Lücken im Gleisnetz geschlossen, wird auch der vorgesehene 20/40-Min-Takt mit beiden Linien funktionieren. JG
Oben links läßt sich das Ende der im Bau befindlichen Spundwand erkennen (Abdeckplane bis zum gelben Container). Ab der Brücke nimmt der Abstand zwischen Bahngleis und Ahr zu; dennoch ist die Sorge bei künftigen Hochwassern vor einer Überflutung der Gewerbegrundstücke auf der Lohrsdorfer Seite der Brücke nachvollziehbar. Foto: Görgler
Geblieben ist am neuen Haltepunkt der Zugang (oben links) mittels Treppenaufgang im Bahndamm. Neu dagegen: Die stufenfreie Rampe (rechts im Bild und unten) über eine Strecke von rund 100 Metern.
Eröffnung des neuen Bahnhaltepunktes am 25. August 2025
Walporzheim. Erst 2024 wurde der bisherige Bahnhof (Foto unten) demontiert und ins Freilichtmuseum Kommern transportiert, wo er seitdem als Ausstellungsstück in passender Umgebung Besucherinnen und Besucher erfreut. Zwar wurde das schmucke Fachwerkgebäude durch die Flutkatastrophe im Sommer 2021 dank seiner Lage hoch auf dem Bahndamm nicht beschädigt, überschwemmt war allerdings der tieferliegende Zugangsbereich. Der eigentliche Grund für den Abbau und die Errichtung eines modernen Haltepunktes waren dagegen Modernisierungs- und Elektrifizierungsarbeiten, wie sie an der gesamten Strecke der Ahrtalbahn anstanden. In diesem Zusammenhang wurden Bahnsteig und Treppenaufgang erneuert und als zweiter Zugang eine stufenfreie Rampe installiert, mit der auch in der Mobilität eingeschränkte Personen oder Mütter mit Kinderwagen weitgehend ohne fremde Hilfe auf den Bahnsteig gelangen können. Dabei handelt es sich um eine knapp 100 m lange Strecke im Zickzack-Kurs. Ein Lift wäre für die betroffenden Personen sicherlich komfortabler gewesen, wurde jedoch nicht in die Planung übernommen. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler begrüßt die Einweihung des neuen Haltepunktes, der seit der Wiederaufnahme des Bahnbetriebs von Remagen ins Ahrtal im November 2021 auch das vorläufige Endziel der Ahrtalbahn darstellt. Noch in 2025 soll die gesamte Strecke bis Ahrbrück wieder in Betrieb genommen werden können. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind am Montag, 25. August, um 17 Uhr eingeladen, die offizielle Eröffnung des neuen Bahnhaltepunktes Walporzheim gemeinsam zu begehen. Fotos: Görgler/ATBF
Im April/Mai 2024 erfolgte der Rückbau des hübschen Bahnhofgebäudes in Walporzheim mit anschließendem Abtransport ins Freilichtmuseum Kommern. Das Fachwerkgebäude passte insgesamt nicht mehr zur modernen Bahntechnik mit Elektrifizierung und digitaler Steuerung, zudem fehlte ein barrierefreier Zugang für Personen mit Rollstuhl oder auch Kinderwagen.
Mit Inbetriebnahme der voraussichtlich Ende 2025 komplett wieder hergestellten Ahrtalbahn bis Ahrbrück wird die neu konzipierte Regionalbahn RB 32 mit dem elektrisch angetriebenenen Triebwagen vom Typ MIREO auch an der Ahr verkehren. Foto: Siemens Mobility
Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) und das Land Rheinland-Pfalz treiben gemeinsam den nachhaltigen Wiederaufbau der Schieneninfrastruktur und die Weiterentwicklung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) im Ahrtal voran. Mit einem neuen SPNV-Konzept ab Dezember 2025 erhält die Region ein erweitertes und elektrifiziertes Angebot. Die Trans Regio Deutsche Regionalbahn GmbH wird im Zuge des neuen SPNV-Konzepts ab Dezember 2025 die neu konzipierte Linie RB 32 betreiben. Die bisherige RB 39 zwischen Dernau und Remagen wird damit ersetzt und das Angebot gleichzeitig ausgeweitet. Der neue Linienverlauf führt dann elektrisch und umsteigefrei bereits von Ahrbrück über Remagen nach Koblenz und weiter bis Boppard. Das Ahrtal erhält damit neben der künftig ebenfalls elektrischen betriebenen RB 30 (Bonn – Remagen – Ahrbrück), die von DB Regio NRW eingesetzt wird, eine weitere direkte Anbindung an die Mittelrheinachse. Die Umstellung der RB 30 von Dieseltriebwagen auf den elektrisch angetriebenen Talent 2 soll bis Sommer 2026 erfolgen.
Die RB 32 wird ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 stündlich zwischen Ahrbrück und Remagen sowie im Zwei-Stunden-Takt weiter über Koblenz bis Boppard fahren. Mit diesen Erweiterungen aus den Bestandsverkehren entlastet die Linie die stark frequentierte linke Rheinstrecke und verbessert die Verbindung nach Koblenz und der Mittelrheintalstrecke in RLP. Auf der RB 32 zum Einsatz kommen die modernen Regionalbahnen vom Typ MIREO (Foto). In Planung und mit Inbetriebnahme der wiederaufgebauten kompletten Ahrtalstrecke (voraussichtlich Ende 2025) noch nicht umgesetzt ist allerdings der angestrebte 20-Minuten-Takt. Zudem sind die angedachten zusätzlichen Haltepunkte im Bereich von Bad Neuenahr-Ahrweiler und Marienthal noch nicht abgeklärt. JG
Von der Saffenburg aus bietet sich der Blick in Richtung Rech, im Vordergrund die Baustellen der Ahrtalbahn mit Gleisbau und Bahnbrücke (Zufahrt in den Saffenburgtunnel)
JG. Tempo und Einsatz beim Wiederaufbau der Ahrtalbahn sind immer wieder beeindruckend. Bemerkenswert: Derzeit ist mit der Gleisführung von Rech aus in den Saffenburg-Tunnel nur noch das letzte große Brückenobjekt auf der Teilstrecke Walporzheim – Altenahr ohne das verbindende Hauptmodul in Arbeit. Allerdings sind auch dort schon Widerlager und Pfeiler gesetzt und die tonnenschwere Stahlkonstuktion steht unter einem weißen Montagezelt „in Stellung“. Höchst Zeit für eine Fotoreportage, diesmal bei strahlendem Wetter mit dem Motorroller unterwegs, womit man im Rahmen der vielen Bauarbeiten mitunter besser durchkommt als mit dem Pkw. Unsere aktuellen Aufnahmen zeigen von der Saffenburg aus die Baustelle (Bahndamm, Bahnbrücke) ostwärts mit Blick in Richtung Rech. Das ergänzende Motiv aus Dezember 2024 zeigt die dortigen Zufahrten der beiden Tunnelröhren, links nach Erhöhung wegen der Elektrifizierung wieder für den Bahnbetrieb, rechts hinter dem weißen Quader fast verdeckt für den Ahrradweg. Auf der westlich des Bergzuges gelegenen Mayschoßer Seite blicken wir in Richtung Laach/Altenahr sowie vom Wirtschaftsweg über die Bahnstrecke zurück zum Bahnhof und der Tunnelausfahrt (Foto aus Juni 2024).
Demnächst werden wir von Altenahr aus ahraufwärs berichten, vor allem mit der Großbaustelle in Kreuzberg, einschließlich dem Neubau der Eisenbahnbrücke. Fotos J. Görgler, M. Papenberg
Derzeit werden vielerorts längs der Ahrtalbahnstrecke die neuen Schwellen samt Schienen verlegt und verschraubt. Das endgültige Befüllen mit Schottersteinen erfolgt erst nach dem Verschweißen
Im Bereich des westlichen Ortsausgangs von Dernau (Bahnquerung Steinbergsmühle) entsteht derzeit in Richtung Rech ein neuer zweigleisiger Streckenabschnitt der Ahrtalbahn. Vor der Flutkatastrophe von 2021 waren nur die Strecken von Remagen bis Walporzheim doppelgleisig sowie in Zuglänge am ehemaligen Dernauer Bahnhof. Künftig werden durch das lange Ausweichgleis zwischen den beiden Weinorten – ergänzend zur Elektrifizierung mit besserer Beschleunigung und kürzeren Bremswegen – schnellere Taktzeiten möglich sein. Wie auf den Fotos zun sehen ist, wird das Gleismaterial sorgfältig befestigt bzw. verschraubt. Allerdings erfolgt die Endmontage in Kürze durch Verschweißen der Schienen und letztendlich Auffüllen mit Schottersteinen. Dazu werden Spezialfahrzeuge im Einsatz sein. Interessant auch das letzte Foto in der Galerie (unten, mit Bagger), das über die Fläche des temporären Bauhofes der Firma Leonhard Weiss hinaus auch die Weinberge zeigt: Der kurze gelbe Pfeil markiert den bekannten Aussichtspunkt, der lange Pfeil die Befestigung für die „Unvollendete“. Die 1911 geplante und weitgehend gebaute „Ruhr-Mosel-Entlastungslinie“ sollte zweigleisig von Neuß über Liblar/Erfstadt, Rheinbach und die heutige Gemeinde Grafschaft sanft hinab ins Ahrtal (bei Rech) führen, von dort über die Ahr- und Eifelbahn bis ins Saarland und Lothringen. Baubeginn war im Winter 1913/14. Allerdings mußte nach dem ersten Weltkrieg dieses Projekt in Richtung französischer Grenze aufgrund der Versailler Verträge aufgegeben werden. Text/Fotos Jürgen Görgler (ATBF).