Ahrtalbahnfreunde: Gelungene Teilnahme am Bad Bodendorfer Adventsmarkt

Mit zu den ersten Weihnachtsmärkten im Ahrkreis gehört der Bad Bodendorfer Adventsmarkt. Da sich das ganze Geschehen rund um den Bahnhof abspielt, waren die Ahrtalbahnfreunde (ATBF), die in einem Teil der dortigen Räumlichkeiten eine Bleibe gefunden haben, natürlich mit von der Partie. Die Crew um ihre Vorsitzenden Ulrich Stumm und Wolfgang Groß sowie dem für die Errichtung des Museums federführenden Edgar Steinborn nahm denn auch gerne die Gelegenheit wahr, die zahlreichen Besuchenden über Aufgaben und Zielsetzungen des Vereines zu informieren. Natürlich geht es in erster Linie, wie der Vereinsname ja auch schon sagt, um die Ahrtalbahn. Allerdings steht alles, was mit dem Bahnbetrieb in unserer Gegend zu tun hat, auf der Agenda. Bei den regelmäßigen Treffen, immer am vierten Mittwoch jeden Monats, sind oftmals an verantwortlicher Stelle agierende Mitarbeitende der Deutschen Bahn und ihrer Gesellschaften zu Gast, die über aktuelle Themen, wie zum Beispiel die umfangreichen Streckensperrungen, fundiert informieren.

Erinnerungsfoto der Bahnhofs-Crew am ersten Tag des Adventsmarkts
Adventsmarkt Tag 2: Nikolaus kam höchstpersönlich und sprach den ATBF seine Anerkennung für deren Engagement um den Bahnbetrieb und das künftige Ahrtalbahnmuseum aus
Fleißige Helferinnen am Kuchenstand

Mit interessanten Filmen, wie über die völlig neu erstellte Trasse, Brücken und Tunel konnte bei dieser Gelegenheit den Gästen nahegebracht werden, was ab Mitte Dezember tatsächlich Realität wird: Die Bahn fährt dann durchgehend wieder bis Ahrbrück. Allerdings werden zunächst ausschließlich die Züge der Mittelrheinbahn (Linie 30) elektrisch fahren (Mireo von Siemens). Das Zugmaterial für die Linie 32 (Ahrbrück-Remagen-Bonn) aus dem Vareo-Angebot soll bis zum Sommer 2026 voraussichtlich durch den Talent 2 (Bombardier) umgestellt sein. Zudem kann die Linie 30 vorübergehend nur bis zum Bahnhof Altenahr verkehren; dies liegt an der noch nicht abgeschlossenen Baustelle „Spundwand bei Heimersheim“, wodurch die Strecke von Remagen bis Bad Neuenahr aktuell nur eingleisig befahrbar ist, mit Auswirkungen auf den Wechselbetrieb innerhalb der Ahrstrecke.

Uli Stumm (Vorsitzender) und Edgar Steinborn (Museumsbeauftragter der ATBF) informierten über die Aktivitäten des Vereins
Kontakt zum Nachbarmuseum: Hardy Rehmann (Mitte), Vorsitzender des Fördervereins Denkmalpflege und Museum in Sinzig, beim Austausch mit den Vorsitzenden der ATBF, Uli Stumm (rechts) und Wolfgang Groß

Ein weiterer Schwerpunkt der Informationen lag auf der Schaffung des geplanten Museums. Natürlich werden hier auch alte Gegenstände aus früheren Bahnzeiten ausgestellt. Ein zeitgemäßer Ansatz ist es aber, den Besuchenden einen Einblick in die Betriebsabläufe der Bahn zu verschaffen. Das soll mit Fahrsimulationen oder an kleinen Modellen anschaulich vermittelt werden. Der Verein ist im Übrigen gut vernetzt. So gibt es konkrete Kontakte und Zusammenarbeit mit dem Ahrtourismus und anderen Museen. Als Gast konnte unter anderen auch die Museumskuratorin Elke Hartkopf von der Bonner Firma „ConCultura“ begrüßt werden, die beim Aufbau des Museum Hilfestellung leistet. Und für die Kreissparkasse als Hausherr des Bahnhofsgebäudes stattete Sascha Stuntz einen Besuch ab. Von vielen Bad Bodendorfer Bürgern wurde sehr positiv angemerkt, dass die seit langem defekte Bahnhofsuhr auf Initiative der Ahrtalbahnfreunde inzwischen wieder funktioniert. Am 12. Dezember ist dann die offizielle Einweihung der komplett erneuerten Ahrtalstrecke. In einem Festzelt am Altenahrer Bahnhof gibt es daher mit vielen Gästen aus Wirtschaft und Politik ein Bürgerfest, zu dem auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Ministerpräsident Alexander Schweitzer und die neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, erwartet werden. Auch die Ahrtalbahnfreunde sind dort mit einem Infostand vertreten und nehmen im Verlauf des Programms an einer Talkrunde teil. Neue Mitglieder sind im Übrigen herzlich willkommen. Bei Interesse kann man sich unter www.ahrtalbahnfreunde.de schon einmal vorab informieren -oder einfach mal zum monatlichen Treffen im Bad Bodendorfer Bahnhof vorbeischauen.
DG / Fotos: ATBF

Mittelrheinbahn bei Bahntreff zu Gast

Dietmar Knerr (vorne am Pult), Geschäftsführer der Mittelrheinbahn, erläuterte die Planung für den Einsatz der neuen Ahrtalbahn-Linie RB 32. Foto: Görgler
Endspurt bei der Ahrtalbahn – MRB fährt bis Boppard

Die Arbeiten zum Wiederaufbau der Ahrtalbahn bis Ahrbrück laufen auf Hochtouren. Die beteiligten Baufirmen setzen unter der Regie von DB InfraGO alles daran, die Strecke bis zum Endpunkt wieder betriebsbereit herzustellen und befahrbar zu machen. Zielpunkt ist der Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn am Wochenende 13./14. Dezember 2025.
Der für die Fahrplangestaltung zuständige Zweckverband Rheinland-Pfalz Nord in Koblenz hat ebenfalls alle Vorbereitungen getroffen, dass der Zugbetrieb zu diesem Zeitpunkt wieder aufgenommen werden kann. Neben der Verbindung Ahrbrück bis Bonn Hbf wird es stündlich eine zweite Verbindung geben, die von Ahrbrück bis Remagen und dann alle zwei Stunden bis Boppard verkehren soll. Diese Linie, RB 32, soll ab Fahrplanwechsel durch das Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) Mittelrheinbahn (MRB) betrieben werden.
Diese Information hatte die Ahrtalbahnfreunde veranlasst, zu ihrem letzten Bahntreff Rhein-Ahr im ehemaligen Bahnhof Bad Bodendorf den Geschäftsführer der MRB, Dietmar Knerr aus Koblenz einzuladen.
Knerr hat eine langjährige betriebliche Erfahrung als Geschäftsführer mehrerer EVU und gab einen aktuellen Sachstandsbericht zu den Planungen zur Aufnahme des Zugverkehrs von Ahrbrück bis Boppard. Die MRB hat für diese neuen Verkehre zunächst drei elektrische Triebwagen der Bauart Mireo Smart (Siemens) für 8 Jahre inklusive Wartunsgsvertrag geleast. Knerr erläuterte, dass für diese neuen Verkehre rund 20 Triebfahrzeugführer benötigt werden. Diese Arbeitsplätze sollen am Standort Remagen beheimatet werden. Interessenten können sich jederzeit an die MRB wenden. Eine Abwerbung von anderen EVU wird es nicht geben.
Voraussetzung für die Aufnahme des Betriebs ist die Fertigstellung der elektrischen Fahrleitung auf der Gesamtstrecke. Außerdem müssen die Lokführer der MRB Streckenkunde bis Ahrbrück erwerben, dazu wird es eine Zusammenarbeit mit DB Regio geben.
In der Diskussion gab es viele Rückfragen und Anmerkungen der zahlreichen Gäste beim Bahntreff. Falls sich die Fertigstellung der Ahrtalbahn an einzelnen Baustellen verschieben sollte, gibt es zunächst ein Ersatzkonzept bis zur endgültigen Beendigung der Arbeiten. Besonders die Arbeiten am zweiten Gleis im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Heimersheim, wo als Hochwasserschutz längs dieser Engstelle zunächst eine bis zu 900 m lange Spundwand gesetzt wird, steht dabei im Fokus. Mit Spannung werden die Ahrtalbahnfreunde weiterhin den Fortgang der Arbeiten verfolgen.
Beim nächsten Bahntreff am 24. September im Bahnhof Bad Bodendorf wird der Verbandsdirektor des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV Nord) aus Koblenz, Thorsten Müller, zu Gast bei den Ahrtalbahnfreunden sein. Er wurde gebeten, ausführlich über die weiteren Planungen und Überlegungen für die verkehrliche und betriebliche Entwicklung auf und an der Ahrtalbahn zu berichten. Die Ahrtalbahnfreunde sind auch interessiert zu erfahren, wie die vielen anstehenden Baumaßnahmen auf den Rheinstrecken mit zum Teil langen Totalsperrungen verkehrlich ablaufen sollen. Die DB InfraGO hält nach wie vor daran fest, im nächsten Jahr die rechte Rheinstrecke für rund fünf Monate komplett zu sperren und zu erneuern. Im Jahr darauf soll dann die linke Rheinstrecke ebenfalls für fünf Monate total gesperrt und saniert werden. Nach diesen Arbeiten folgt dann eine 17-monatige Sperrung der Strecke Köln Hbf nach Köln Süd, in der vier innerstädtische Überführungen neu gebaut werden sollen. Wichtiger Hinweis: Der Bahntreff Rhein-Ahr am 24. September beginnt um 18:30 Uhr (nicht wie bisher 18 Uhr). Wolfgang Groß / ATBF

Premiere: Ahrtalbahnfreunde stellen Museumsprojekt vor

Das ehemalige Bahnhofsgebäude Bad Bodendorf (hier 2023) bietet gute Voraussetzungen für das geplante Ahrtalbahnmuseum. Foto: Görgler.

Bad Bodendorf, Dez. 2024. Im Rahmen der Wiederherstellung der Ahrtalbahn tut sich auch im Bereich des Bad Bodendorfer Bahnhofs einiges. Die Bahnsteige wurden komplett erneuert und die vorbereitenden Arbeiten für die Elektrifizierung sind nicht zu übersehen. Zudem soll das historische Bahnhofsgebäude nunmehr eine neue Nutzung erfahren: „Kunst, Kultur & Kommunikation im Bahnhofscafé“ heißt das Konzept, verknüpft mit der Einrichtung eines Ahrtalbahnmuseums. Zum Projektteam gehört der Verein Ahrtalbahnfreunde e. V. mit seinem Vorsitzenden Ulrich Stumm sowie als Vertreter des Badeortes deren Ortsvorsteher Jürgen Werf, Petra Klein (Kunst und Kultur) und die heimische Künstlerin Stefanie Manhillen.

Inzwischen wurden im Zuge des Wiederaufbaus der Ahrtalbahn die Bahnsteige mit verbessertem Zugang neu angelegt. Im Brunnenhof (linker Gebäudeteil) soll ein Treffpunkt für Kunst, Kultur und Kommunikation entstehen. Foto: Ulrich Stumm.


Anlässlich des Bad Bodendorfer Weihnachtsmarktes stellten die Ahrtalbahnfreunde erstmals die Pläne für ihr geplantes Museum vor. Projektleiter Edgar Steinborn konnte zahlreichen Besucherinnen und Besuchern das vorgesehene Konzept näherbringen. Nach jetzigem Stand sind folgende Themenbereiche vorgesehen:

  • Dauer- und Wechselausstellungen zum Thema Ahrtalbahn.
  • Erhalt der Stellwerkstechnik mit Nutzung der Außenanlage für die Aufstellung der Signale.
  • Zugsimulationen der Ahrtalbahn mit Lokführerstand für selbständiges Fahren.
  • Fachvorträge zur Eisenbahn allgemein und der Ahrtalbahn im Besonderen.

Zunächst steht hierfür nur der alte Wartesaal zur Verfügung, da die beiden angrenzenden Räume noch von der Bahn selber belegt sind, aller Voraussicht nach aber in Kürze geräumt werden.

Aktive und Gäste: Projektleiter Edgar Steinborn (Mitte), rechts (mit Dienstmütze) Vereinsvorsitzender Ulrich Stumm. Dieter Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der KSK Ahrweiler (5. v.li.) war ebenso vertreten. Foto: A. Steinborn.

Neben interessierten Gästen des Weihnachtsmarktes konnte der Verein auch den Vorstandsvorsitzenden der Kreisparkasse Ahrweiler, Dieter Zimmermann, begrüßen (die KSK ist Eigentümerin des Bahnhofgebäudes). Auch der Sinziger Bürgermeister Andreas Geron ließ sich von Edgar Steinborn die Museumskonzeption erläutern und fand nur lobende Worte hierfür. Die Ahrtalbahnfreunde erfuhren ein allseits positives Feedback für das Vorhaben und konnten sogar einige Besucher als neue Mitglieder begrüßen.
Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass die Aktivitäten des Vereins Ahrtalbahnfreunde e. V. weit über die Region hinaus unterstützt werden. Aus Bayern waren Gäste eines Freundeskreises aus Augsburg präsent. Der Geschäftsführer der „Augsburger Localbahn“, Helmuth Schmitt, der auch Mitglied der Ahrtalbahnfreunde ist, reiste in Begleitung des Domkapitulars des Bistums Augsburg, Pfarrer Armin Zürn, an. Beide nahmen den Besuch auch zum Anlass, die Arbeiten zum Wiederaufbau der Ahrtalbahn vor Ort zu besichtigen. Pfarrer Zürn nahm aufgrund früherer verwandtschaftlicher Beziehungen die Gelegenheit war, in der Dernauer Pfarrkirche am Sonntag beim Gottesdienst zu konzelebrieren. Dabei wurde auch der Verstorbenen der Ahrtalbahnfreunde gedacht.
Konkret stehen in Kürze zunächst die Vorbereitung der Räumlichkeiten, die Gestaltung der Dauerausstellung und die Präsentation der Stellwerkstechnik an. Wer Interesse an einer Mitarbeit an diesem interessanten Museumsprojekt hat, kann sich gerne auf der Website des Vereins www.ahrtalbahnfreunde.de informieren. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Detlef Griesbach / Ahrtalbahnfreunde e. V.

Im Rahmen der Elektrifizierung der Ahrtalbahn wurden alte Signalanlagen demontiert; die Ahrtalbahnfreunde waren vor Ort und durften sich – mit Genehmigung der DB – für das künftige Museum „bedienen“. Foto: Heinz Grates
Feinste Mechanik: Die Bedienanlagen im alten Stellwerk am Ahrweiler Bahnhof; auch diese Technik wird künftig in Bad Bodendorf zu sehen sein. Foto: Görgler
Das Bad Bodendorfer Bahnhofsgebäude kann mit einer vielseitigen Geschichte aufwarten, wie einer Informationstafel zu entnehmen ist. Foto: Anton Simons, AW-Wiki.