Wiederaufbau Ahrtalbahn

Lücke im Oberleitungsnetz: Elektrobetrieb bei Ahrweiler derzeit nur auf Gleis 2

Auf dem falschen Gleis? Die elektrisch angetriebenen Mireo-Züge der Mittelrheinbahn (RB32) können derzeit noch zwischen Walporzheim und Ahrweiler ausschließlich Gleis 2 nutzen.

Januar 2026. Weil die Oberleitung im Gleis von Walporzheim nach Ahrweiler noch nicht genutzt werden kann, muss die elektrisch angetriebene Regionalbahn vom Typ Siemens Mireo Smart auf der Linie RB32 in diesem Abschnitt das Gegengleis befahren, wie auf unserem Foto auf Höhe des Haltepunktes Ahrweiler. Dagegen können die Dieseltriebwagen der RB30 auf dem Regelgleis fahren. Der mit dem elektronischen Stellwerk eingeführte Gleiswechselbetrieb macht dies technisch problemlos möglich. An den Haltepunkten gibt es diesbezüglich entsprechende Hinweise für die Fahrgäste. Ursache ist dem Vernehmen nach, dass die Oberleitung im Regelgleis Walporzheim-Ahrweiler nicht rechtzeitig zur Wiedereröffnung der gesamten Ahrstrecke fertiggestellt werden konnte. Unsere Anfrage beim Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV Nord), wie lange diese Betriebssituation noch anhalten werde, ergab seitens der für die Eisenbahninfrastruktur zuständigen Bahntochter DB InfraGo den Hinweis, dass die erforderlichen Restarbeiten voraussichtlich ab März 2026 ausgeführt werden.

Die Spundwand bei Heimersheim ist nahezu fertig, zum 11. Juli diesen Jahres soll die Zweigleisigkeit zwischen Bad Neuenahr und Remagen wieder hergestellt sein.

Weiterhin von Bedeutung für die Ahrstrecke ist der nahezu abgeschlossene Bau der 900 m langen Spundwand als besondere Maßnahme zum Schutz der Gleisanlagen bei künftigen Hochwassersituationen im Bereich von Heimersheim. Hier ist die Wiederinbetriebnahme des zweigleisigen Verkehrs zwischen Bad Neuenahr und Remagen für den 11. Juli 2026 eingeplant, womit die Mireo-Einheiten der Mittelrheinbahn auf der Linie RB32 auch durchgehend bis Ahrbrück verkehren können; bisher sind diese Bahnen wegen der noch nicht durchgehenden Zweigleisigkeit mangels ausreichender Zeit im Wechselbetrieb nur bis Altenahr unterwegs. Ebenso für Juli ist die Umstellung der Linie RB30 (DB Regio) auf elektrisch angetriebene Regionalbahnen des Typs Talent 2 geplant. Unsere Grafik zeigt Haltepunkte und Bahnhöfe der Ahrtalstrecke mit Stand Dez. 2026. Text/Fotos Görgler/Gies

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Erleichterung und viel Lob zur Eröffnungsfeier

Mit Beifall wurde der erste Sonderzug nach dem Festakt im Bahnhof Altenahr empfangen. Für die Bevölkerung war am Festtag (12.12.2025) von nachmittags bis in den Abend hinein ein kostenloser Pendelverkehr vom Haltepunkt Dernau aus über den Bahnhof Altenahr bis zur Endstation in Ahrbrück organisiert worden. Fotos: Görgler

12. Dez. 2025. Ahrtal/Altenahr. Erleichterung, Lob und Emotionen, so kann man die gelungene Wiederinbetriebnahme der gesamten Strecke der Ahrtalbahn von Remagen bis Ahrbrück nach viereinhalbjähriger Bauzeit zusammenfassen. Für die Menschen im Ahrtal ebenso wie für alle Beteiligten ist dies ein bedeutendes „Leuchtturmprojekt“. Grund genug also für die Deutsche Bahn (DB), dieses Ereignis zwei Tage vor dem regulären Start des neuen Fahrplans am 14. Dezember in einem Festzelt am Bahnhof Altenahr mit Gästen und der heimischen Bevölkerung zu feiern. Das Angebot stieß auf großes Interesse.

Begrüßung der Ehrengäste zur Einweihungsfeier der Ahrtalbahn, Treffpunkt war zunächst am neuen Haltepunkt Dernau: Bahnchefin Evelyn Palla, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und der rheinlandpfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Foto: Uli Stumm

Noch am Vorabend wurden die letzten Arbeiten am neuen Bahnhaltepunkt Dernau (jetzt Ortsmitte) erledigt. Ab 16.00 Uhr nutzten dann viele Bahnnutzer das Gratisangebot, endlich wieder mit dem Zug fahren zu können. Zwei Stunden vorher waren bereits etliche Radio- und Fernsehteams sowie zahlreiche VertreterInnen der Print-Medien angereist, ebenso Ehrengäste und Funktionäre. Bei deren Zugfahrt ahraufwärts brandete in den Waggons immer wieder lauter und anhaltender Beifall auf. Als später die Züge zwischen Dernau und Ahrbrück für die Bevölkerung kostenlos pendelten, war das zum Festplatz erweiterte Bahnhofsgelände in Altenahr bis in die Abendstunden gefüllt. Die Einladung hierzu kam von der Deutschen Bahn.

Einen Tag nach der offiziellen Feier, wo ausschließlich die Regionalbahn der DB (Talent) zum Einsatz kam, zeigte die Mittelrheinbahn eindrucksvoll Präsenz mit dem Mireo Smart für die neue Linie RB 32, die am darauffolgenden Tag (14.12.2025) ebenfalls ihren regulären Betrieb aufnahm. Foto: Jürgen Gies

Vielfaches Lob gab es für die beteiligten Firmen, allen voran „Leonhard Weiss.“ Wegen deren Offenheit entstand auch ein guter Kontakt zur heimischen Bevölkerung. Am Freitag lud auch die Firma Weiss in Mayschoß und Dernau beispielsweise zu Getränken und Currywurst ein.

Stolz und Erleichterung nach dem erfolgreichen Wiederaufbau der Bahnstrecke: Eine Delegation von MitarbeiterInnen des federführenden Bauunternehmens Leonard Weiss sowie der beteiligten Subunternehmen. Foto: Görgler

Evelyn Palla, seit kurzem Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Bahn, wirkte sachlich und sehr gut informiert – Schließlich ist sie eine Frau der Basis: Als frühere Lokführerin hat sie eigene Erfahrungen sammeln können. Sie äußerte auch Mitgefühl mit den Menschen im Ahrkreis nach der Flutkatastrophe Mitte 2021. Und die massiven Zerstörungen der Trasse der Ahrtalbahn seien gewaltig gewesen. Die Lebensader beginne wieder zu pulsieren. „Das sei für sie ein besonders schöner Tag – Die Bahn sei wieder im Ahrtal.“ Es gäbe attraktive Verbindungen, und modernste Technik.

In diese Richtung äußerte sich auch der Bundesminister für Verkehr, Patrick Schnieder. Er betonte dabei das moderne Zugmaterial. Und dies mache die Bahn auch für den Berufsverkehr und die Betriebe attraktiv. Durch die Elektrifizierung werde die Strecke enorm aufgewertet. Das gelte aber ebenso für Touristen.

Landrätin Cornelia Weigand ging sehr einfühlsam nochmals zur verheerenden Flutkatastrophe zurück. Die moderne Ahrtalbahn sei ein ganz wichtiges Projekt zur Verbesserung der Infrastruktur. Sie äußerte sich auch positiv, dass die Verantwortlichen ihre Zusagen eingehalten haben. Weigand war es auch, die nach der Flut sehr frühzeitig und erfolgreich eine Allianz für die Fluthilfen für den Landkreis Ahrweiler angeschoben hatte.

Landrat Achim Hallerbach- Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV Nord) fehlte aus persönlichen Gründen. Es freue ihn sehr, dass das Ahrtal wieder per Zug erreichbar sei. Dass mit dem Wiederaufbau gleichzeitig die komplette Elektrifizierung vorgenommen wurde, sei ein großer Gewinn für die Region. Ihn vertrat Verbandsdirektor Thorsten Müller.

Gekommen war auch der stellvertretende Vorsitzende von ProBahn Rheinland-Pfalz und Saarland, Justin Drescher. Der Pro Bahn-Vorsitzende für Rheinland und das Saarland, Noah Wand, hatte sich bereits im Sommer ein Bild vom Fortgang der Arbeiten gemacht und dabei nicht an Lob gespart.

Die Ahrtalbahnfreunde waren bei der Eröffnungsfeier im Festzelt der Bahn mit eigenem Informationsstand vertreten, woraus sich viele Interessante Gespräche und auch Anfragen zur Mitarbeit im Museumsprojekt des Vereins ergaben. Fotos: Görgler
Erinnerungsfoto auf der Bühne: Die Ahrtalbahnfreunde gemeinsam mit Landrätin Cornelia Weigand und Christian Sauer, DB-Projektleiter für den Wiederaufbau der Ahrtalbahn.

Der Verein Ahrtalbahnfreunde e. V. war bei der Feier auf Einladung der Bahn mit eigenem Stand und zahlreichen Helferinnen und Helfern vertreten. Neben interessantem Informationsmaterial über die Aktivitäten des Vereins gab es dort auch Filmvorführungen, schließlich haben die Bahnfreunde den Wiederaufbau der Ahrtalbahn mit kontinuierlichem Einsatz begleitet und das Geschehen in Wort und Bild dokumentiert – für Presseberichte, Social-Media und natürlich das eigene Archiv. Die Ahrtalbahnfreunde sind seit ihrer Gründung im Jahr 1999 immer wieder mit Beiträgen und Diskussionen für die Verbesserung des Angebotes eingetreten. Text: Willi Tempel / ATBF

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Mammutprojekt: 18 Kilometer Gleis und fast zwei Dutzend Brücken wiederaufgebaut

Die von der Bahn erstellte Skizze verdeutlicht den enormen Aufwand, der mit dem Wiederaufbau des besonders stark zerstörten Streckenabschnitts zwischen Walporzheim und Ahrbrück verbunden war.

Die Deutsche Bahn hat die durch die Flutkatastrophe 2021 stark beschädigte Infrastruktur der Ahrtalbahn (Gesamtstrecke 29 km) wiederhergestellt und modernisiert sowie verschiedene Bauprojekte neu umgesetzt. Durch nahezu völlige Zerstörung am schlimmsten betroffen war der 14 km lange Streckenabschnitt zwischen Walporzheim und Ahrbrück, der jetzt erstmalig wieder in Betrieb genommen werden konnte, womit die Ahrtalbahn insgesamt wieder in vollem Umfang funktioniert. Den Schwerpunkt dort bildeten 18 Kilometer Gleise, 22 Brücken (davon 15 neugebaut), fünf Tunnel und zehn Stationen bzw. Haltepunkte. Zudem mussten alle Stützbauwerke, Durchlässe und Bahndämme erneuert oder saniert werden. Für die Wiederherstellung der Gesamtstrecke wurden 18 Kilometer Gleis mit 28.000 Schwellen, 60.000 Tonnen Schotter, 36.000 Meter Schienen und 9 Weichen erneuert.

Im Rahmen der Elektrifizierung im gesamten Streckenbereich wurden 880 Mastfundamente und 55 Kilometer Oberleitung installiert. Ebenso werden 84 neue Signale eingesetzt. 19 Bahnübergänge wurden auch technisch erneuert und an das neue ESTW in Ahrweiler angeschlossen, welches bereits seit September 2023 in Betrieb ist und die vier mechanischen Stellwerke aus den 1950er Jahren ersetzt. Zudem hat man darauf geachtet, dass die Anlagen wie alle Baumaßnahmen weitestgehend widerstandsfähiger gegen künftige Hochwasserereignisse ausgeführt worden sind.

Der Wiederaufbau wurde durch die enge Zusammenarbeit von Bund, Land, Kreis, Kommunen, der Deutschen Bahn und dem SPNV Nord ermöglicht und konnte dank vereinfachter Planungs- und Vergabeverfahren innerhalb von vier Jahren weitgehend abgeschlossen werden. Auch die zehn zerstörten Haltepunkte wurden umfassend modernisiert, wobei der Bund das Gesamtprojekt finanzierte und die Elektrifizierung gemeinsam vom Bund und vom Land Rheinland-Pfalz getragen wurde.

Die von den Ahrtalbahnfreunden erstellte Skizze zeigt die aktuellen Bahnhöfe/Haltepunkte sowie mögliche künftige Haltepunkte der Ahrtalbahn. Die zusätzlichen Stopps sind u. a. dadurch möglich, dass elektrisch angetriebene Züge schneller beschleunigen können und kürzere Bremswege benötigen, womit sich nichts am vorgesehen Regelverkehr ändern würde. Interessant auch der Hinweis auf das Domizil der Ahrtalbahnfreunde im ehemaligen Bahnhofsgebäude von Bad Bodendorf, mit regelmäßigen Infoveranstaltungen (Bahntreff Rhein-Ahr) und dem im Aufbau befindlichen Ahrtalbahnmuseum.

Die Wiedereröffnung der Ahrtalbahn als elektrische und klimafreundliche Verbindung hat sowohl für die Bevölkerung als auch für den Tourismus in der Region eine hohe Bedeutung. Klimaschutzministerin Katrin Eder betonte, dass die vollständige Elektrifizierung der Strecke eine deutliche Qualitätsverbesserung darstelle, da die Züge künftig mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren und die neuen Bahnhöfe barrierefreies Reisen ermöglichen. Nach Abschluss der verbleibenden Bauarbeiten sei zudem eine direkte Anbindung an Koblenz vorgesehen, wodurch zusätzliche Kapazitäten im Abschnitt Remagen–Koblenz geschaffen werden können. Textbasis: Pressemitteilungen der Behörden.

Brückenbau zwischen Walporzheim und Altenahr: Fast komplett

Von der Saffenburg aus bietet sich der Blick in Richtung Rech, im Vordergrund die Baustellen der Ahrtalbahn mit Gleisbau und Bahnbrücke (Zufahrt in den Saffenburgtunnel)

JG. Tempo und Einsatz beim Wiederaufbau der Ahrtalbahn sind immer wieder beeindruckend. Bemerkenswert: Derzeit ist mit der Gleisführung von Rech aus in den Saffenburg-Tunnel nur noch das letzte große Brückenobjekt auf der Teilstrecke Walporzheim – Altenahr ohne das verbindende Hauptmodul in Arbeit. Allerdings sind auch dort schon Widerlager und Pfeiler gesetzt und die tonnenschwere Stahlkonstuktion steht unter einem weißen Montagezelt „in Stellung“.
Höchst Zeit für eine Fotoreportage, diesmal bei strahlendem Wetter mit dem Motorroller unterwegs, womit man im Rahmen der vielen Bauarbeiten mitunter besser durchkommt als mit dem Pkw.
Unsere aktuellen Aufnahmen zeigen von der Saffenburg aus die Baustelle (Bahndamm, Bahnbrücke) ostwärts mit Blick in Richtung Rech. Das ergänzende Motiv aus Dezember 2024 zeigt die dortigen Zufahrten der beiden Tunnelröhren, links nach Erhöhung wegen der Elektrifizierung wieder für den Bahnbetrieb, rechts hinter dem weißen Quader fast verdeckt für den Ahrradweg.
Auf der westlich des Bergzuges gelegenen Mayschoßer Seite blicken wir in Richtung Laach/Altenahr sowie vom Wirtschaftsweg über die Bahnstrecke zurück zum Bahnhof und der Tunnelausfahrt (Foto aus Juni 2024).

Demnächst werden wir von Altenahr aus ahraufwärs berichten, vor allem mit der Großbaustelle in Kreuzberg, einschließlich dem Neubau der Eisenbahnbrücke. Fotos J. Görgler, M. Papenberg


Es geht weiter: Brücken und mehr

Wiederaufbau der Eisenbahnbrücke über die B 267 in Rech. Fotos: Thomas Klein

Januar 2025. Mit dem Wiederaufbau der Bahnbrücken im Ahrtal geht es auch im Winter zügig weiter, insofern die Wetterverhältnisse dies zulassen. Die beiden ersten Motive zeigen den Neubau der Bahnbrücke über die Bundesstraße 267 in der östlichen Einfahrt des Weinortes Rech. Die alte Brücke war durch die Flutkatastrophe 2021 stark beschädigt worden und mußte abgerissen werden.
Die Fotos unten zeigen den Neubau der Bahnbrücke nahe der Felsformation „Bunte Kuh“ im westlichen Ortsausgang von Walporzheim; die verbindende große Stahlkomponente liegt schon bereit, um auf die tragenden Podeste geschoben zu werden.
Es geht weiter und das Ziel zur Fertigstellung der gesamten Ahrtalbahnstrecke bis Ahrbrück (Ende 2025) steht weiterhin im Fokus der Verantwortlichen. JG

Die Baustelle der Bahnbrücke in Höhe der Felsformation „Bunte Kuh“. Fotos: Joachim Heyna

Ahrtalbahn: Brückenbau

Aktualisierung: Brücke liegt komplett auf!

Ahrtalbahnfreund Rainer Pollig hat „Marienthal 2“ am 14.11. fotografiert: Nach tagelangem „Ziehen“ hat die Stahlkonstruktion ihre Position erreicht und liegt sicher auf Widerlager und Pfeiler. Ein Baustein mehr zum Wiederaufbau an der Ahr bzw. für die Ahrtalbahn, die Ende 2025 auf kompletter Strecke bis Ahrbrück verkehren soll.

Marienthal 2: Fertiges Modul im Schiebemodus

Marienthal/Ahrtal. Im Ahrtal findet ein wichtiges Aufbauprojekt gerade ganz besondere Beachtung: Der Wiederaufbau der zerstörten Ahrtalbahn zwischen Walporzheim und Ahrbrück. Aufzubauen sind hierbei, neben der Trasse, insgesamt 13 zerstörte Brücken. Die Pfeiler wurden so gestaltet, dass diese den Ablauf der Ahr bei weiteren Hochwassern nicht einengen sollen. Zudem erhalten die Brücken eine geringere Höhe als die zerstörten, historisch-schönen Bauwerke. Und es gibt eine nicht alltägliche Zusammenarbeit: Wo es technisch möglich ist, werden die Ahrtalbahn-Brücken gleich mit der vielfach parallel verlaufenden Trassen für den Radweg realisiert.

Drohnen-Fotos der Baustelle aus östlicher (oben) und westlicher Richtung. Gut zu sehen: Die 68 Meter lange Stahlkonstruktion, die nach wochenlanger Vorarbeit als komplettes Modul auf Widerlager und Pfeiler geschoben wird

Die schweren Stahlbrücken werden hydraulisch, in relativ kurzen Schüben, Stück für Stück vorangeschoben. So zum Start etwa das 68 Meter lange Stahlteil in der Kurve unterhalb von Marienthal. Wo es die Verhältnisse zulassen, werden die Bauwerke für Bahn und Radweg in einem Zuge errichtet. Beim vorliegenden Projekt wurde die Bahnbrücke jetzt bereits gesetzt, und die notwendigen Pfeiler für den Radtrasse in diesem Zuge gleichzeitig gebaut. Nun wurde die stählerne Bahnbrücke Schub um Schub hydraulisch – wie von Geisterhand – von den Fachfirmen auf die Brückenpfeiler, und weiter Richtung gegenüberliegendes Ufer gezogen.

Interessant: Die Zugvorrichtung aus stabilen Stahlträgern mit straff geführten Stahlseilen

Aus diesem Anlass luden Deutsche Bahn sowie das Mainzer Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität jetzt zu einem Pressetermin vor Ort ein. Der DB-Konzernbevollmächtigte für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Klaus Veenhusen, betonte die große Bedeutung der Ahrtalbahn. „Mit dem Einhub der Brücke haben wir einen wichtigen und symbolträchtigen Meilenstein für das Ahrtal erreicht. DB und die beteiligten Baufirmen geben alle Energie, damit die Züge auf der Ahrtalbahn Ende 2025 wieder wieder fahren können – Umweltfreundlich unter Strom, statt wie bisher mit Diesel.“ Ursprünglich hatte auch der Rheinland-Pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer seine Teilnahme an dieser Veranstaltung zugesagt, wegen einer Erkrankung musste dieser jedoch sein Kommen absagen.

Von links: Petra Dick-Walther (Staatssekretärin am Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz), Katrin Eder (Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz), Klaus Vornhusen (DB-Konzernbevollmächtigter für Rheinland-Pfalz und das Saarland) und Cornelia Weigand (Landrätin für den Kreis Ahrweiler)

Katrin Eder, Ministerin für Klimaschutz, Energie, Umwelt und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz, betonte ebenfalls diese Verbesserungen für die Region. Wie bereits frühzeitig in Blick Aktuell berichtet, sollen ja ab 2026 wieder Züge bis Ahrbrück im Zwanzig-Minuten-Takt verkehren. Und soll es gemäß früherer Aussage davon eine stündlich durchgehende Verbindung Ahrbrück bis Köln geben. Eder betonte weiter, dass im Zuge des Wiederaufbaus viele Bauwerke „hochwasserresilient“ erfolgen werden. Verklausungen durch Hochwasser soll es an den Brücken so nicht mehr geben. Eder betonte auch die gute Zusammenarbeit mit Fachleuten und Wissenschaftlern. Und brachte – auch in Anbetracht der Katastrophe in Spanien – die Notwendigkeit nachhaltiger Mobilitätsformen im Kampf gegen die Erderhitzung vor. Petra Dick-Walther, Staatssekretärin Im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, stellte ebenfalls heraus, das es „hier die Besonderheit gäbe, dass Bahninfrastruktur und die Radwegeinfrastruktur gemeinsam vorangebracht werden. Vor Ort war auch Stefan Gleißner, Leiter der DB-Infrastrukturprojekte Mainz-Koblenz. Ebenso wie Christian Sauer, verantwortlich für den Wiederaufbau. Die (DB) Deutsche Bahn hatte auch zahlreiche weitere Gäste eingeladen: So etwa Thorsten Müller, Verbandsdirektor des SPNV Nord, Vertreter des Landesbetriebes für Mobilität (LBM), Kreisstadtbürgermeister Guido Orthen, Verbandsbürgermeister Dominik Gieler, Ratsmitglied Rolf Schmitt (Dernau/Marienthal), Gregor Sebastian (Walporzheim), Martin Schell und Sebastian Sonntag (Zukunft Mittelahr/AöR) sowie diverse Mitarbeiter der beteiligten Fachfirmen.
Text: Willi Tempel, Fotos (5): Deutsche Bahn AG / Michael Neuhaus



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Brückenbaustelle Marienthal: Beeindruckende Großbaustelle

Mit Hochdruck wird am Wiederaubau der Ahrtalbahn gearbeitet, hier eine der Brückenbaustellen zwischen der Felspartie „Bunte Kuh“ und Marienthal.

Sept. 2024 / Ahrtal. Immer wieder beeindruckend ist der Einsatz beim Wiederaufbau der Ahrtalbahn, hier speziell an der Mittelahr. Unsere Fotos zeigen die Brückenbaustelle Marienthal 2, wo das 68 m lange Stahlkonstrukt bereitliegt, um nach Fertigstellung von Pfeiler und Widerlager auf den vorgesehenen Platz geschoben zu werden. Der Brückenaufbau wurde zuvor in einem Montagezelt aus sechs Modulen (je 40 t schwer) zusammengefügt.

Insgesamt müssen auf dem 14 Kilometer langen Teilstück zwischen Walporzheim und Ahrbrück 13 Brücken neu gebaut und acht weitere saniert werden, so dem Vernehmen nach die laufenden Planungen. Darüber hinaus laufen die Gleisbauarbeiten, der Bau neuer Bahnstationen sowie spezielle Maßnahmen zum Hochwasserschutz wie Stützbauwerke und Durchlässe.

Wir werden weiter vor Ort sein und berichten. JG/ATBF/Fotos Görgler

Trotz Großeinsatz braucht es seine Zeit: Das Brückenwerk Marienthal 2 soll möglichst noch in 2024 fertig werden, die gesamte Strecke bis Ahrbrück Ende 2025.

Wichtiger Neubau gestartet: Apollinaris-Brücke Heppingen

Heppingen/Oktober 2024. Drei Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe an der Ahr (Juli 2021), die unter anderem die historische Brückenverbindung zwischen Heppingen ud Heimersheim zerstörte, wird nun eine neue Straßenverbindung zwischen den beiden östlichen Ortsteilen von Bad Neuenahr-Ahrweiler errichtet. Die ursprüngliche Bogenbrücke, ein geschütztes Denkmal (51 m lang, erbaut 1897), konnte dem enormen Druck des Hochwassers nicht standhalten und wurde bis auf das Widerlager mit Bogenansatz auf der Heppinger Seite völlig zerstört.
Der Neubau der Brücke – der erste Spatenstich erfolgte im September – soll nach einjähriger Bauzeit noch 2025 abgeschlossen sein. Mit einer Länge von 60 Metern – ohne zusätzliche Stützpfeiler – wird der Flutgefahr Rechnung getragen und der mögliche Durchfluß deutlich erhöht. Laut dem Stuttgarter Planungsbüro „schlaich bergermann partner“ (dass von der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler beauftragt wurde) handelt es sich um ein modern anmutendes Bauwerk mit Einspannung am Widerlager. Das Tragwerk besteht aus wetterfestem Stahl, mit im Verbund liegender Betonfahrbahnplatte.

Die Vorbereitungen für das Widerlager des Brückenneubaus sind bereits im Gange. Schon im Laufe des Jahres 2025 soll die neue Ahrquerung in Betrieb genommen werden. Foto: Görgler
Die neue Ahrbrücke zwischen Heppingen und Heimersheim wird mit 61 m Länge spürbar größer sein als die bisherige mit vier Bögen. Somit wird der Ahr viel Raum auch bei Hochwasser gegeben. Foto: Planungsbüro „schlaich bergermann partner“

Die wiederhergestellte Verkehrsverbindung wird für beidseitigen Radfahrer- und Fußgängerverkehr konzipiert sein, zudem für Pkw mit Gegenverkehr. LKW sollen das Bauwerk ausdrücklich nicht befahren, ausgenommen sind Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge. Kalkuliert sind Gesamtkosten von etwa 4,75 Millionen Euro, die aus dem Wiederaufbaufonds abgedeckt sind.

Der Bahnübergang an der Martinusstraße führt zur derzeit noch provisorischen Ahrquerung in Richtung Heppinger Straße / Heimersheim. Der Brückenneubau läuft bereits (Bereich gelber Pfeil). Foto: Görgler

Zeitnah folgen in der Kernstadt weitere Brückenneubauten, so an der Landgrafenstraße, im Bereich von Bachem sowie die wichtige Flußquerung gegenüber dem Ahrtor, wo der Verkehr aus der Innenstadt auch in Richtung Ramersbach erfolgt, zudem eine schnelle Verbindung von und zum künftigen Feuerwehrgerätehaus auf dem ehemaligen Abenteuerspielplatz an der Ramersbacher Straße ermöglicht.

Die alte Heppinger Brücke (Apollinaris-Brücke) wurde 1897 als Bogenbrücke mit vier Bögen aus roten Ziegelsteinen erbaut. Ihre Vorgänger aus Holz wurden bei früheren Hochwassern mehrfach zerstört. Dieses Schicksal traf das hübsche Bauwerk in der Flut 2021. Foto: Toni Simons /AW-Wiki

Zurück nach Heppingen: Zu erwähnen ist, dass der vorhandene Restbogen der alten Apollinaris-Brücke als Mahnmal für die Opfer der schlimmen Flutkatstrophe erhalten bleiben soll.

Auf diesem Foto (Anfang Oktober 2024) ist die provisorische Brücke (links) sowie das vorbereitete Baugelände mit dem abestützten Rest des ersten Bogens der alten Brücke zu sehen. Foto: Görgler

Vorarbeiten zur künftigen Fahrleitung

Mithilfe sog. Mehrzweckarbeitsgeräte (MZA) werden derzeit vorhandene Brückenbauwerke als Vorbereitung für die künftige Fahrleitung kontrolliert.

27.05.2024 / Ahrweiler. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Elektrifizierung der Ahrtalbahn – in Verbindung mit dem Wiederaufbau der Strecke nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 – auf Hochtouren. Dazu gehört die Vorbereitung zur Installation der Fahrleitung auch unter Berücksichtigung vorhandener Brückenbauwerke, wie hier an der Elligbrücke in Ahrweiler. Text/Fotos: J. Görgler

Erledigt! Ab zum nächsten Einsatzort…!

Brückenarbeiten in Rech

Fotos oben/unten: Am Montag (15.4.) war die Bahnbrücke am östlichen Ortseingang von Rech fällig. Nach entsprechender Vorarbeit erfolgte der Abriß größtenteils noch am selben Tag

15.4.2024 / Rech. Im Zuge des Wiederaufbaus der Ahrtalbahn mußten die beiden Eisenbahnbrücken in Rech abgerissen werden – um sie anschließend erneuern zu können. Hierfür mußte die Ortsdurchfahrt Rech (B 267) zeitweise für den Verkehr gesperrt werden: Vom 8. bis 12. April erfolgte der Abriß der Brücke zwischen Rech und Mayschoß, der Zeitraum vom 15. bis 19. April war für die Brücke an der östlichen Ortseinfahrt vorgesehen. JG / Fotos Christine Klein

Die hier noch erkennbare Bahnbrücke westlich von Rech: Bagger im Einsatz, wobei die Wasserfontäne (links von der Durchfahrt) die Staubentwicklug reduzierte.
Abendstimmung mit Blick auf die Baustelle Ortsausgang Rech