Die Ahrtalbahnfreunde beim Ausstieg auf dem Bahnhof in Speyer. Foto: Uli StummDer Speyrer Dom, hier mit Blick aus der Maximilianstraße mit dem Stadthaus links. Der bedeutende Sakralbau zählt zu den drei romanischen Kaiserdomen in Deutschland (geweiht 1061). Als größte romanische Kirche überhaupt steht er auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Foto: Jürgen Görgler
Oktober 2025 / ATBF. Schon fast zur Tradition geworden ist die herbstliche Sonderfahrt des rührigen Vereins. War im letzten Jahr zum 35. Jahrestag des Mauerfalls Berlin das Ziel, ging kürzlich eine Gruppe von Vereinsmitgliedern und Befreundeten auf große Fahrt. Natürlich wurde mit der Bahn gereist, aber nicht einfach so. Zum Einsatz kam wieder der Sonderzug des Kölner Vereins „Baureihe E 10“ (https://www.e10ev.de/). Es handelt sich hierbei um einen historischen Zug aus dem späten letzten Jahrhundert im charakteristischen weinrot-beigen Outfit. Um 5:58 Uhr ging es am Samstagmorgen ab Remagen los. Zunächst rheinabwärts, bei einigen Zwischenhalten an der Rheinschiene und im Ruhrgebiet stiegen in Witten dann auch die letzten Fahrgäste zu. Die Ahrtalbahnfreunde hatten einen ganzen Großraumwagen, natürlich 1. Klasse mit viel Beinfreiheit, für sich alleine belegt. Um die lange Fahrtzeit auch körperlich gut zu überstehen, war für Snacks und flüssige Nahrung bestens gesorgt. Entweder deckte man sich im Bistrowagen selbst ein, oder wurde vom überaus freundlichen Personal mittels voll beladenem Servicewagen am Platz bedient, und das Ganze zu überaus zivilen Preisen. Klar, dass bei einem solchen Angebot dann auch allerbeste Stimmung aufkam. Hier eine kleine Plauderei mit Freunden, da lernte man neue nette Leute kennen, die Zeit verging dabei ganz schnell. Pünktlich, und das ist heute ja gar nicht so oft der Fall, erreichte der Zug kurz nach halb zwei den Zielbahnhof Speyer. Hier gab es ganz unterschiedliche Angebote. Die einen besuchten das Technikmuseum, andere ließen sich bei einer Stadtführung die Geschichte Speyers näherbringen – natürlich mit einem Besuch des Doms, dem weltweit größten romanischen Kirchenbau. Und manche schlenderten einfach so durch die Stadt und ließen es sich bei einem leckeren Stück Kuchen gut gehen.
Eine interessant Stadtführung gehört zum Programm beim Besuch der rheinland-pfälzischen Domstadt. Foto: Edgar Steinborn
Pünktlich kurz nach halb sieben ging es wieder heimwärts. Neben leckeren hausgemachten Frikadellen und anderen Kleinigkeiten bot die Küche nun auch warmen Fleischkäse an. Und Getränke waren auch noch genügend an Bord. So verlief die Rückfahrt wieder in einer geselligen, freundlichen Atmosphäre. War die Hinfahrt absolut pünktlich, einen kleinen Wermutstropfen musste man doch schlucken: Wegen einer Stellwerksstörung bei St. Goar wurde der Zug bei Mainz zunächst auf die rechte Rheinseite umgeleitet, hatte hier wegen Bauarbeiten auch noch einige kleine Verzögerungen. Nach erneutem Rheinwechsel traf man eine halbe Stunde später in Remagen ein. Das war aber leicht zu verkraften, denn im Kreis von Freunden schaut man eh nicht so sehr auf die Uhr. Ein langer, aber sehr schöner Tag ging zu Ende – es war wieder ein tolles Erlebnis. Viele haben schon ihr Interesse gezeigt für die nächste Fahrt: Am 5. Dezember 2026 geht es dann zum Weihnachtsmarkt nach Lübeck. Die Freunde der Ahrtalbahn werden dann sicher wieder mit großem Gefolge dabei sein. DG
Beliebte Sammlerstücke: Der Verein „Baureihe E10“ als Veranstalter hatte vorgesorgt und bot zur Erinnerung an die Fahrt die passenden Zugschilder an. Foto: Görgler
9. November 2024. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin – und das aus einem historisch begründeten Anlass. So eingestimmt begaben sich rund 30 Mitglieder und Freunde des Vereins Ahrtalbahnfreunde e.V. am 9. November mit einem historischen Sonderzug in die deutsche Hauptstadt. Dort wurde der 35. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer 1989 gefeiert. Deshalb trug der vom Verein „Baureihe E10“ und dem DB-Museum Koblenz eingesetzte Sonderzug auch den Namen „Brandenburger Tor“.
Einfahrt frühmorgens in den Bahnhof von Remagen: Die 1974 in Betrieb genommen Schnellzug-Elektrolokomotive 103245-7 an der Spitze des historischen Intercity-Zuges. Die über Jahrzehnte bewährt E-Lok erreichte mitunter Tempo 200. Foto: GörglerGut gefahren: Sechs Minuten früher als im Fahrplan angekündigt erreichte der Sonderzug Berlin … von Eisenbahnfeunden (unten) bereits sehnsüchtig erwartet. Fotos: Görgler
Eine Tagesfahrt von Remagen nach Berlin heißt für alle Teilnehmenden früh aufzustehen. Um 5:35 Uhr verließ der aus Intercity-Waggons aus den 1970er Jahren bestehende Zug Remagen. An der Spitze fuhr die legendäre Lok der Baureihe E 103. Waggons und Lok gehören dem DB-Museum in Koblenz. Schon entlang der Strecke fand der Zug hohe Aufmerksamkeit, als zahlreiche Eisenbahnfans fotografierten. Die 30köpfige Zugbegleitung unter der Regie des Baureihe E10-Vereinsvorsitzenden Martin Rese hatte alle Händen voll tun mit der Bewirtung ihrer Fahrgäste. Dabei begann die Fahrt gleich mit einer schlechten Nachricht: Die zur Abfahrt in Koblenz bestellten 800 Brötchen waren ausgeblieben, so dass Unterstützer unter den Fahrgästen an verschiedenen Haltebahnhöfen Brötchen besorgen mussten.
Kompetente Führung: Dr. Richard Volk (Mitte) wußte anschaulich über Bauwerke und die interessante Geschichte Berlins zu erzählen. Foto: GörglerGruppenbild vor dem hl. Georg mit Drachen, zwischen Spree und Zille-Museum gelegen. Das gelungene Foto machte für die Bahnfreunde aus dem Ahrtal eine Touristin aus dem Rheinland
„F 337/337 Brandenburger Tor“ erreichte Berlin Hauptbahnhof überpünktlich – sechs Minuten früher als geplant! Dort erwartete der frühere Sinziger Dr. Richard Volk die Gruppe zu einer spannenden Führung durch das Berliner Zentrum und die Geschichte der Stadt. Schon vor der Mauer, um die es an diesem Tag ging, gab es in Berlin zwei andere Mauern – eine als typische Stadtmauer im Mittelalter errichtet und eine erweiterte in der Barockzeit, mit dem Brandenburger Tor (um 1790) als letztes der ehemaligen 18 Stadttore. Volk beschrieb am Bahnhof Warschauer Straße die heutige Bedeutung der zentralen Stadtbezirke Friedrichshain (früher Osten) und Kreuzberg (früher Westen), präsentierte die „East Side Gallery“ an einer Mauerrückseite und erzählte von den alten Städten Berlin und Cölln (gegründet von Kölnern). Er zeigte das älteste erhaltene Gebäude von Berlin (Klosterruine von 1250) und mit der Nikolaikirche die älteste Kirche der Stadt.
Rund um das Brandeburger Tor fanden zum Gedenktag verschiedene Aktionen statt. Foto: Görgler
Passend zum Gedenktag des Mauerfalls, der seinerzeit das Ende der DDR einläutete, richtete Volk den Blick auf ablesbare Spuren von Politik und Architektur der DDR. Vorbei am Brandenburger Tor, das wegen des Festbetriebs nicht unmittelbar erreichbar war, kam die Gruppe zurück zum Hauptbahnhof. Ulli Stumm und Matthias Röcke vom Vorstand der Ahrtalbahnfreunde dankten Volk für die hochspannende Führung. Dank galt ebenso Vorstandsmitglied Edgar Steinborn, dessen systematische und kleinteilige Planung den ungewöhnlichen, erlebnisreichen Tagesausflug überhaupt ermöglicht hatte. Text: Matthias Röcke
Ankündigung: Sonderfahrt mit 50 Jahre altem Schnellzug nach Berlin
Rückblick: Bereits 2023 startete ein Sonderzug des Vereins „Baureihe E10 e.V“ ab Remagen, Ziel war der Weihnachtsmarkt in Erfurt. Stark vertreten waren dabei auch die Ahrtalbahnfreunde, die im kommenden November nach Berlin wieder mit dabei sein werden. Foto: ATBF
Juni 2024 / Remagen / Berlin. In der Nacht zum 9. November 1989 kam es in Berlin mit der Gewährung der Reisefreiheit für die DDR-Bürger zum bedeutendsten historischen Ereignis der deutschen Nachkriegsgeschichte: Dem Mauerfall. Anlässlich der Würdigung dieses Ereignisses hat sich der in Köln ansässige Verein Baureihe E10 e.V. entschieden, am 9. November 2024 den Sonderzug „Brandenburger Tor“ nach Berlin einzusetzen. Der Zug wird gegen Mittag zu den Feierlichkeiten in der Hauptstadt ankommen. Zahlreichen Open-Air-Veranstaltungen, Ausstellungen und Führungen ergänzen die offiziellen Feier. Ein spezieller Reiz dieser Fahrt liegt auch darin, dass sie mit originalem Wagenmaterial aus der Zeit vor dem Mauerfall durchgeführt wird – nun aber ohne die seinerzeit obligatorischen Grenzaufenthalte mit Passkontrolle in den Grenzbahnhöfen. Dort wurden die Transitzüge nach Westberlin von DDR-Grenzsoldaten auch nach versteckten Flüchtlingen aus der DDR durchsucht, etwa mit Hilfe von Suchhunden unter den Waggons oder das Ausleuchten von Hohlräumen in den Dächern. Neben den Feierlichkeiten an vielen Orten in der Stadt hat Berlin auch sonst viel zu bieten: Das Brandenburger Tor mit dem neu gestalteten Pariser Platz und der Prachtstraße „Unter den Linden“, den Reichstag, die Siegessäule, den Alexanderplatz mit Fernsehturm, den Checkpoint Charlie sowie diverse Gedenkstätten zum ehemaligen Mauerverlauf wie der weltbekannten East-Side Gallery am Ostbahnhof. Der Sonderzug „Brandenburger Tor“ des Vereins „Baureihe E10 e.V.“ bietet die ideale Anreisemöglichkeit zu den Feierlichkeiten „35 Jahre Mauerfall“ in Berlin. Er startet gegen 06:00 Uhr in Remagen und hält an den Zustiegsbahnhöfen Bonn Hbf (Abfahrt ca. 06:30 Uhr), Köln Hbf, Düsseldorf Hbf, Duisburg Hbf, Essen Hbf, Bochum Hbf und Dortmund Hbf. Von dort führt die Fahrt ohne Halt über Hannover und Oebisfelde zu den Zielbahnhöfen Berlin Hbf und Berlin Ostbahnhof. Die Rückfahrt erfolgt etwa gegen 18:30 Uhr ab Berlin Ostbahnhof. In den Wagen der 1. Klasse, welche auch im legendären TEE zum Einsatz kamen, reisen die Fahrgäste komfortabel in sehr bequemen Sitzen mit viel Beinfreiheit. Die Wagen der 2. Klasse bestehen aus klassischen Abteilwagen wie sie vor 40 Jahren allgegenwärtig waren. Auf dem gesamten Laufweg wird der Sonderzug von einer E-Lok der Baureihe 103 gezogen, die ab Mitte der 70er Jahren als Star der Deutschen Bundesbahn – wie heute der ICE – auf fast jedem DB-Werbeplakat zu finden war. Der Baureihe E10 e.V. ist ein gemeinnütziger, inzwischen über 80 Mitglieder zählender Verein mit Sitz in Köln, der im Jahr 2007 gegründet wurde. In erster Linie engagiert er sich für den Erhalt der Elektrolokomotive der Baureihe 110 aus den 50er Jahren. Hier stehen die Sicherung, Aufarbeitung und Präsentation der im DB-Museum in Koblenz-Lützel untergestellten Vereinslokomotiven 110 152 und 110 300 im Fokus. Neben den Arbeiten an den Vereinslokomotiven befasst sich der Verein mit der Sammlung und Archivierung von Daten, Fakten, Fotos und Dokumenten über die 411 Serien- und die fünf Vorserienlokomotiven dieser Baureihe. Im letzten Jahr hat der Verein mit der Durchführung seines ersten Sonderzuges zum Erfurter Weihnachtsmarkt Neuland betreten und war von der Resonanz positiv überrascht. Mit der Fahrt nach Berlin möchte er nun in diesem Jahr an den Erfolg anknüpfen. Der Erlös der Fahrt kommt zu 100 % den Lokomotiven und der Vereinsarbeit zugute! Fahrkarten: Die Fahrpreise betragen für Hin- und Rückfahrt in der 1. Klasse 115 Euro und in der 2. Klasse 85 Euro, Kinder von 6-14 zahlen in der 1. Klasse 79 Euro bzw. in der 2. Klasse 49 Euro. Im Fahrpreis ist die Platzreservierung und Reiseleitung inbegriffen. Weiter Informationen, auch zur Buchung der Fahrkarten: Internet: www.e10ev.de/sonderzug/ Email: kontakt@e10ev.de Postanschrift: Baureihe E10 e. V., Pappelweg 22, 51503 Rösrath. EB