Aktuelles

Ahrtalbahnfreunde unterstützen Initiative Oberwinter

29.07.19

Die Ahrtalbahnfreunde richten ihre Blicke natürlich auch über die Ahrtalbahn hinaus in die Region. So setzt sich die Gruppe nach Modernisierung der Bahnsteige in Remagen auch für den Halt von ICE-Zügen ein. Denn diese konnten bislang wegen der niedrigen Bahnsteige nicht halten. Daher entfielen mehrere stündliche Verbindungen des Fernverkehrs die mit ICE-Zügen gefahren werden. Nun sollten das Land, der Kreis und die Stadt aktiv für solche Halte eintreten.

Ebenso unterstützen die Ahrtalbahnfreunde die Bürgerinitiative in Oberwinter für eine bessere Verkehrsanbindung des Bahnhofs mit RE-Zügen (RRX). Daneben bemüht sich die Bürgerinitiative um den Erhalt der Bahnsteigüberdachungen und den Wiederaufbau der früheren Überholungsgleise auf der Berg- und Talseite des Bahnhofs. Da der Betrieb auf der linken Rheinstrecke durch die vielen verspäteten Fern- und Güterzüge nie planmäßig verläuft, wären solche Gleise für die Minimierung von Verspätungen von Nahverkehrszügen wichtig.

Zwar ist die Strecke von Hürth-Kalscheuren bis Remagen von der DB als überlastet erklärt worden, aber es zeichnet sich im Streckenabschnitt von Mehlem bis Remagen keine Planung für mehr Gleiskapazität aus. Im Gegensatz zu NRW, von Bonn-Mehlem bis Köln sollen ein bis zwei neue Gleise für mehr Züge gebaut werden.

Dies ist auch vor dem Hintergrund, das die Bundesregierung bis 2030 den Verkehrsanteil auf der Schiene sowohl im Personen- als auch Güterverkehr verdoppeln will. Wie soll das in einem solchen Engpassabschnitt von der Landesgrenze bis Remagen ohne neue Gleise gehen?

Wolfgang Groß

Bahnhof Rech und Bahnhaltepunkt Ahrweiler-Markt: Umbau in 2021       

Ahrweiler-Markt aber ohne barrierefreien Zugang – beide Dernauer Bahnübergänge werden modernisiert

 Elektronisches Stellwerk (ESTW) soll ebenfalls 2021 in Betrieb gehen

24.7.19

In die Umsetzung des Elektronischen Stellwerks (ESTW) an der Ahrtalbahnstrecke zwischen Walporzheim und Kreuzberg kommt Bewegung. Ursprünglich war die Deutsche Bahn (DB) Netz AG ja schon von einer Inbetriebnahme des ESTW in der II. Jahreshälfte 2018 ausgegangen. Die Entwurfsplanungen für das ESTW zwischen Walporzheim und Ahrbrück waren bereits abgeschlossen. Dann war die Umsetzung, wie andere Bahnprojekte auch, trotz der bereits begonnenen Vorbereitungsarbeiten aus finanziellen Gründen gestoppt worden. Die aktuellen Planungen sehen nach Information von DB Netz vor, dass die Bedienung des ESTW von Ahrweiler aus erfolgt. Das Gebäude für die technischen Einrichtung für den Betrieb des ESTW soll jedoch in Walporzheim stehen. Zunächst die soll moderne Technik in einer ersten Baustufe nur von Ahrweiler ahraufwärts bis Ahrbrück realisiert werden.

Das mechanische Einfahrsignal A Bf Dernau wird bei einem elektronischen Stellwerk mit einem Lichtsignal ersetzt. Foto: Wolfgang Groß
Auch in Kreuzberg werden dann die mechanischen Ausfahrsignale verschwinden.

Der Streckenbereich von Remagen bis Ahrweiler soll in einer späteren Maßnahme umgesetzt werden.   Damit bleiben die mechanischen Stellwerke Bad Bodendorf, Bad Neuenahr und Ahrweiler noch erhalten. Die Inbetriebnahme der ersten Baustufe ist aktuell für 2021 geplant. Dies ergibt sich auch aus der offiziellen DB-Mittelfristplanung. Demnach ist dies im Ländergespräch gegenüber dem Verkehrsministerium auch schon entsprechend kommuniziert worden.

Haltepunkte Rech und Ahrweiler-Markt

Auch der barrierefreie Umbau des Bahnhofs Rech sowie des Bahnhaltepunktes Ahrweiler-Markt sollen im Jahr 2021 realisiert werden. Der Zweckverband SchienenPersonenNahVerkehr (SPNV) Nord teilte hierzu mit, dass diese beiden Projekte seitens der DB Station & Service bis 2021 umgesetzt werden sollen. Jedoch heftiger Wermutstropfen: Für Ahrweiler-Markt ist bislang zwar die Barrierefreiheit der Bahnsteige vorgesehen; an einer vollständig barrierefreien Lösung (Zu- und Abgang zu/von den Gleisen 1 und 2) wird derzeit jedoch weiter gesucht. Diese Zuwegung hätte über Privatgrundstücke geführt und auch ein Bahnübergang wäre notwendig geworden. Hier kam es jedoch zu keiner Einigung. Die Planungsunterlagen der Station Ahrweiler-Markt sollen, so der SPNV Nord in seiner Antwort weiter, in nächster Zeit beim Eisenbahnbundesamt (EBA) zur Planfeststellung abgegeben werden, und die Bauarbeiten dann im Jahr 2021 erfolgen.

 Haltepunkt Bad Neuenahr-Mitte

Um den vorgesehenen neuen Bahnhaltepunkt Bad Neuenahr-Mitte ist es ruhig geworden. Im Landesgartenschau-Prospekt allerdings ist dieser noch als nutzbarer DB-Haltepunkt angegeben. Hierzu führt der SPNV Nord aus: „Die Station Bad Neuenahr-Mitte gehört zur sogenannten Stationsoffensive, welche derzeit noch Gegenstand der Verhandlungen zwischen Land, Aufgabenträgern und der DB ist. Außerdem werden zur Zeit flankierende Infrastrukturmaßnahmen untersucht. Wir werden zu gegebener Zeit berichten, wenn konkrete Ergebnisse vorliegen“.

Modernisierung der Dernauer Bahnübergänge

In den geplanten Umbau und Modernisierung der beiden Bahnübergänge Dernau-Mitte und „Steinbergsmühle“ kommt Bewegung.  Bürgermeister Alfred Sebastian teilte hierzu mit, dass letzter sein Informationsstand hierzu das Jahr 2021 als Realisierungszeitraum sei.

Vorarbeiten der Bahn am Bü Steinbergsmühle Foto: Willi Tempel

Besonders eine technische Sicherung beim Bahnübergang Steinbergsmühle ist lange überfällig. Der Bahnübergang ist technisch nicht gesichert, die Züge fahren max. 20 km/h und geben Achtungssignal. Vor Jahren ereigneten sich hier tödliche Unfälle, eine Modernisierung ist auch auf Grund des gestiegenen Kfz-Aufkommens mehr als überfällig. Hier sollten zwei Halbschranken installiert werden.

Willi Tempel

Elektrifizierung der Ahrtalbahn – wann?

Juli 2019

Der NVR in Köln hat ja Ende 2018 beschlossen, die Strecke der S 23 von Bonn Hbf – Euskirchen – Bad Münstereifel zu elektrifiziert. Außerdem soll auch die Eifelbahn von Köln bis Kall unter Fahrleitung kommen. Die beschloss die NVR-Verbandsversammlung Ende November 2018 in Köln einstimmig.

Nach der Machbarkeitsstudie und Wirtschaftlichkeitsberechnung werden nun alle Maßnahmen zur Realisierung bis 2030 eingeleitet. Die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme ist mit 1,7 sehr hoch und bestätigt alle bisherigen Erfahrungen, das ein elektrischer Betrieb auf gut ausgelasteten Strecken ökonomische Vorteile bietet.

Für die Ahrtalbahn hat dieser Beschluss große Bedeutung. Alle Zugumläufe an der Ahr sind an die S 23/Voreifelbahn angebunden. Um die Gefahr einer Insellösung an der Ahrstrecke zu vermeiden (Dieselbetrieb) sollte der zuständige Zweckverband in Koblenz alles daran setzen, Planungen zur Elektrifizierung der Ahrtalbahn einzuleiten.

Nun wird wieder einmal um die Finanzierung gestritten. Ein Sonderprogramm des Bundes zur Elektrifizierung (rd. 70 Mio €) soll nur für Strecken mit Güterverkehr in Frage kommen.

Bleibt das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). Dieses wird erheblich aufgestockt (auf 1,3 Milliarden €/Jahr). Allerdings sind schon erhebliche Geldmittel durch Großprojekte gebunden. Das heißt, ob hieraus für die Ahrtalbahn Mittel zur Verfügung gestellt werden können, ist fraglich. Das Land Rheinland-Pfalz wird sich sicherlich bemühen.

Also heißt es abwarten.

Ob die Entwicklung alternativer Antriebe den Einsatz moderner umweltfreundlicher Züge auf der Ahrtalbahn zuläßt, bleibt auch abzuwarten. Die Entwicklung solcher Züge ist in vollem Gange, viele Versuche laufen, aber ob und wann für Triebwagen Serienreife erreicht wird, ist unklar.

Ahrtalbahn

Maßnahmen für schnellere und bessere Zuganbindungen notwendig

Dezember 2018

Mehrere Maßnahmen sind notwendig, um eine Beschleunigung der Zugfahrten auf der Ahrtalbahn zu ermöglichen, die geschätzt bis zu 15 Minuten betragen könnten:

  • Bad Bodendorf: Seitenbahnsteige statt Mittelbahnsteig bauen (zur Zeit kann ein Zug von Remagen nur einfahren, wenn kein Zug aus Richtung Bad Neuenahr kommt), Installation einer automatische Schrankenanlage an der Hauptstraße, moderne Blocksignale installieren,
  • Walporzheim: Weiche für 60 Km/h einbauen,
  • Dernau: Weichen für 60 Km/h einbauen,
  • Dernau: technische Sicherung am Bahnübergang Steinbergsmühle einrichten (Züge dürfen hier nur mit max. 20 km/h fahren),
  • Mayschoß: Blocksignale im Bereich Mayschoß einrichten, Züge können von Dernau oder Kreuzberg schneller folgen (Zugfolgeabschnitt zur Zeit von Dernau bis Kreuzberg, 12 Minuten für eine Zugfahrt je Richtung),
  • Altenahr: Installation einer modernen Schrankenanlage B 266 mit Einschaltung durch Zugfahrt (zur Zeit muss der Lokführer immer auf dem Bahnsteig die Einschaltung durchführen),
  • Kreuzberg: moderne Sicherungsanlage für den Streckenabschnitt Kreuzberg – Ahrbrück einrichten (zur Zeit muss Lokführer immer Schlüssel beim Fdl abholen/abgeben).

Elektrifizierung

Die Ahrtalbahn gehört zum „Kölner Dieselnetz“.  Die meisten dieser Strecken gehören zu NRW und werden vom Zweckverband NVR in Köln verwaltet. Dieser plant weiträumige Elektrifizierungen (Köln – Euskirchen – Kall, Euskirchen – Bonn) ab 2030. Für die Ahrtalbahn in Rheinland-Pfalz entstünde die Problematik einer teuren „Insellösung“ falls keine parallelen Planungen eingeleitet werden und weiter Dieselfahrzeugen eingesetzt würden. Das sollte aus ökologischen und ökonomischen Gründen vermieden werden. Auch die Schadstoff-Emissionen aus Dieselfahrzeugen sollten in diese Betrachtung einbezogen werden.

Nach der derzeitigen technischen Entwicklung wäre eine Elektrifizierung der Ahrtalbahn mindestens bis Dernau wirtschaftlich sinnvoll. Die Tunnelbereiche im oberen Streckenbereich sind wahrscheinlich nur mit hohen Kosten für elektrischen Betrieb auszubauen. Aber es werden auch hierfür Lösungen entwickelt. In Deutschland werden zunehmend Fahrzeuge mit dualem Antrieb (elektrisch/Batterie) eingesetzt. Die Entwicklung in der Fahrzeugindustrie geht rasant in die Richtung, Fahrzeuge die von Strecken mit elektrischen Betrieb kommen und wenige Kilometer ohne Strom bewältigen müssen, mit dualen Antrieben auszurüsten (Fa. Bombardier, Stadler usw.).

Züge mit elektrischem Antrieb sind spurtschneller, in Remagen wäre eine Kopplung mit Zügen in Richtung Köln und weiter ins Ruhrgebiet in kürzester Zeit möglich. So könnte auch der Überlastung der linken Rheinstrecke Rechnung getragen werden.

Durch die vorgenannten infrastrukturellen Maßnahmen könnten die Fahrzeiten der Züge auf der Strecke zwischen Ahrbrück – Remagen (-Bonn) und Gegenrichtung erheblich gekürzt und bessere sowie direkte Verbindungen für die Kunden aus dem Kreis Ahrweiler bis Köln und weiter angeboten werden. Im übrigen gab es solche Angebote mit durchgehenden Verbindungen von und an die Ahr schon in den achtziger Jahren (u.a. von und bis nach Dortmund).

Bahnsteige

An der Ahrstrecke gibt es noch einige Bahnsteige, die besonders mobil eingeschränken Personen erhebliche Probleme bereiten. Eine Erneuerung und Modernisierung folgender Bahnsteige ist notwendig:

  • Ahrweiler Markt (zur Zeit geplant 2020)
  • Dernau
  • Bad Bodendorf
  • Rech (zur Zeit geplant 2020)
  • Altenahr
  • Kreuzberg

Landesgartenschau Bad Neuenahr 2022

Wieder einmal nur Autogerecht und wenig ÖPNV?

Im Jahr 2022 wird in Bad Neuenahr-Ahrweiler die Landesgartenschau Rheinland-Pfalz stattfinden. Schon lange finden intensive Planungen über die Ausgestaltung dieses großen Ereignisses statt. Unter dem Titel „Das blühende Leben“ hatte sich die Stadt beworben und auch den Zuschlag erhalten. Das Leitthema ist “ Gesunde Stadt – gesundes Leben“.

Aber gilt dies auch für die An- und Abreise mit öffentlichen (ökologisch sinnvollen) Verkehrsmitteln, so z.B. die Bahn? Oder wird wie so häufig das Auto in den Mittelpunkt der Planungen gestellt?

Zumindest was die Bahn betrifft, kommen da Zweifel auf. So wirbt die Stadt in ihrem Prospekt bei der Bewerbung mit einem neuen Bahnhaltepunkt in der Höhe der Weinbergstraße „Bad Neuenahr-Mitte“. Dieser neue Haltepunkt wäre nahe am Mittelpunkt der Landesgartenschau gelegen und eine sehr gute Ergänzung zu den anderen Haltepunkten der Ahrtalbahn.

Wie jetzt allerdings durch die Stadtratsfraktion der Grünen bekannt wurde, gibt es wohl keinerlei Bemühungen zur Realisierung eines solchen Haltepunktes. Lapidar teilt der Zweckverband in Koblenz mit, dies sei erst in weiter Zukunft nach einer Elektrifizierung möglich. Was soll sich also beim Bahnverkehr verbessern, außer ein höherer Bahnsteig in Ahrweiler-Markt (ohne barrierefreien Zugang?) ?

Die Ahrtalbahnfreunde bezweifeln die Aussage, ein neuer Haltepunkt könne nur im Zusammenhang mit einer Elektrifizierung gebaut werden. Schon seit Jahren gibt es Planungen an der Ahr für weitere Haltepunkte, so auch Bad Neuenahr – Mitte. Selbstverständlich müssen die Haltezeiten in einem neuen Haltepunkt auch in das Gesamtkonzept des Fahrplans passen, aber dies kann auch durch andere Beschleunigungsmaßnahmen auf der Strecke erfolgen. Aber leider wurde hier Jahrzehnte nur immer abgebaut und kaum etwas modernisiert.

Im Gegensatz dazu stehen die umfangreichen infrastrukturellen Ausbaumaßnahmen für den Kfz-Verkehr. Hier ist wohl alles möglich und das man sich für die Autofahrer frühzeitiger Gedanken gemacht hat, zeigt das Beispiel des Neubaus für den Ersatz des Bahnüberganges Hauptstraße in Bad Neuenahr. Für Millionen wird eine neue Zufahrt (sehr schnell und bequem) von der Autobahn aus Richtung Heimersheim nach Bad Neuenahr gebaut. Damit verschwindet der Bahnübergang Hauptstraße. Es geht also, wenn man nur will.

Noch sind vier Jahre Zeit, um wirkliche Verbesserungen auch auf der Ahrtalbahn durchzuführen. Die Stadtverwaltung sollte sich rasch externen Sachverstand besorgen, um die Aussagen des zuständigen Zweckverbandes, die wiederum meist auf Aussagen der DB beruhen, zu widerlegen und handeln.

Für alle diejenigen, die an einer Landesgartenschau interessiert sind, die auch beim Verkehr dem Anspruch „Gesunde Stadt – gesundes Leben“ gerecht wird, ist die Vernachlässigung des ökologisch sinnvollen ÖPNV ein Schlag ins Gesicht. Ausbau Straße: ja – Zug und Schiene: Nein. Und das in Zeiten des Dieselskandals mit all den negativen Konsequenzen für die Umwelt.

Aber vielleicht stellt die Umwelthilfe ja dann auch in Bad Neuenahr-Ahrweiler einmal Messgeräte auf?

Wolfgang Groß, 3.10.18

Planungen zur Elektrifizierung der Ahrtalbahn – kein Traum mehr?

Mainzer Ministerium startet Untersuchung, September 2018

Erfreuliche Nachricht aus dem Mainzer Verkehrsministerium – auch eine Elektrifizierung der Ahrtalbahn wird untersucht aber auch für möglich gehalten. Die Ahrtalbahn sei eine der Strecken, deren Elektrifizierung sinnvoll sein könnte. Hintergrund sind Befürchtungen, die Strecke Ahrbrück–Remagen könne angesichts der Überlegungen in NRW, die Strecken Köln–Euskirchen–Kall und Bonn–Euskirchen zu elektrifizieren, isoliert werden. Dies erfuhren die Freunde der Ahrtalbahn vor einigen Tagen in einem Gespräch im Verkehrsministerium. Bis Anfang nächsten Jahres soll eine Priorisierungsliste aller in Frage kommenden Strecken in Rheinland-Pfalz erstellt werden. Anschließend könnten dann vertiefte Planungen und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen stattfinden.

Die Elektrifizierung wäre eine Chance für die Region, die durchgehenden Verbindungen von der Ahrstrecke in Richtung Bonn aber auch weiter langfristig zu sichern, Wie in den 80ziger Jahren bestände die Möglichkeit, wieder durchgehende Zugverbindungen bis nach Dortmund einzurichten, so Wolfgang Groß von den Ahrtalbahnfreunden. Ein weiterer Vorteil: Die Züge könnten mit höherer Geschwindigkeit verkehren und dies würde eine Entspannung der Problematik der überlasteten Rheinstrecke bedeuten. Dabei unterstützen die Ahrtalbahnfreunde auch den Einsatz von Hybridfahrzeugen, da eine Elektrifizierung der Strecke ab Dernau bis Kreuzberg wegen der Tunnels ggf. schwierig und finanziell sehr aufwändig wäre. Ein elektrischer Bahnbetrieb erzeugt im Gegensatz zum Dieselbetrieb zudem auch weniger Emissionen.

Im Fachgespräch in Mainz erfuhren die Ahrtalbahnfreunde weiter, das die Haltepunkte Ahrweiler Markt und Rech bis zur Landesgartenschau 2022 in Bad Neuenahr modernisiert und die Bahnsteige auf 76 cm erhöht werden. Dabei unterstützten die Eisenbahnfreunde die Bemühungen der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zu einem barrierefreien Ausbau des Haltepunktes Ahrweiler Markt.

Ein weiteres Anliegen war eine verbesserte Anbindung des Bahnhofs Oberwinter an den Nahverkehr und das zukünftig auch wieder ICE im Bahnhof Remagen halten. Dies betrifft einige ICE, die heute in Andernach aber wegen der niedrigen Bahnsteige nicht in Remagen halten können. Zurzeit werden die Bahnsteige in Remagen auf 76 cm über SO erhöht und modernisiert.

Umbauarbeiten zur Bahnsteigerhöhung Bf Remagen Foto: Volkhard Stern, Bonn

Überlastungserklärung der Strecke Köln bis Remagen

Folgen für den Zugverkehr im Ahrkreis, Juni 2018

2017 hat die DB Netz AG in einem formellen Verfahren die Strecke von Bonn bis Remagen für überlastet erklärt. Dies ist die Folge, wenn zu viele Eisenbahnverkehrsunternehmen Trassen für ihre Züge anmelden und nicht genügend Kapazität für alle zur Verfügung stellt. Im Verfahren bei der Bundesnetzagentur in Bonn und beim Eisenbahn-Bundesamt stellte die DB Netz in einem Plan zur Erhöhung der Schienenkapazität dar, welche Maßnahmen sie zur Verbesserung der Situation ergreifen will. Neben einigen kleinen Infrastrukturellen Maßnahmen hat sie auch fahrplanerische Einschnitte für die Ahrtalbahn aufgeführt.

Ein Vorschlag zielt darauf, das nur noch in den Hauptverkehrszeiten morgens und abends durchgehende Züge von/nach der Ahrstrecke nach/von Bonn fahren sollten. Tagsüber sollten die freiwerdenden Trassen dem Güterverkehr zur Verfügung gestellt werden.

Die Folge war ein großer Proteststurm politischer Gremien und der Bevölkerung. Die DB Netz AG lenkte zunächst ein und sagte zu, das bis auf weiteres die Ahrtalbahn bis bzw. von Bonn verkehren kann. Ob diese Zusage von Dauer ist, ist ungewiss.

Fakt ist, das bis zu einem Ausbau der Strecke von Köln nach Bonn keine weiteren Reisezüge fahren können, sondern der status quo bestehen bleiben muss.

Seit vielen Jahren gut genutzt – durchgehende Züge von Bonn an die Ahr

Planungen in NRW

Der für den Nahverkehr im Raum Köln/Bonn zuständige Nahverkehr Rheinland (NVR) führt derzeit Planungen für zusätzliche S-Bahngleise zwischen Köln und Bonn-Mehlem durch. Die Linie der S 23 (Bonn – Euskirchen) soll elektrifiziert werden, die Züge bis Bonn – Mehlem durchgebunden werden.

Planungen in Rheinland-Pfalz

Leider gibt es derzeit keine genauen Planungen der zuständigen Rheinland-Pfälzischen Behörden zur Verbesserung der Situation ab der Landesgrenze in Rolandswerth.

Die Freunde der Ahrtalbahn haben dazu schon recht früh Vorschläge gemacht:

  • Elektrifizierung der Ahrtalbahn – bedeutet: Einsatz schnellerer Züge mit der Möglichkeit, durch Stärken und Schwächen in Remagen auch bis Köln oder ins Ruhrgebiet zu fahren.
  • Herstellung der zwei ehemaligen Überholungsgleisen in Oberwinter
  • Durchbindung der RB 48 (Wuppertal – Bonn-Mehlem) bis Remagen.

Neues Stellwerk für die Ahrstrecke

Seit geraumer Zeit plant die DB Netz ein neues elektronisches Stellwerk für die Oberahrstrecke. Die Bedienung soll vom Fdl Ahrweiler erfolgen. Gesteuert werden die Stellwerke Walporzheim, Dernau und Kreuzberg. In diesem Zusammenhang soll auch der technisch ungesicherte Bahnübergang in Dernau an der Steinbergsmühle modernisiert werden. Hier besteht eine Langsamfahrstelle für die Züge mit 20 km/h, es ist Achtungssignal zu geben.

Nach aktuellen Informationen kann derzeit aus finanziellen Gründen die Maßnahme noch nicht realisiert werden.

Januar 2018