Erster Bahntreff 2026: Stephan Pauly als Gastredner mit Bus-News

Überraschung nach einem interessanten Vortrag: Stephan Pauly (links) überreichte den Ahrtalbahnfreunden seine private Sammlung von Zuglaufschildern als Dauerleihgabe. Aus heutiger Sicht mehr als erstaunlich, wieviel Zugverbindungen es einst ins Ahrtal gab. Vereinsvorsitzender Ulrich Stumm bedankte sich herzlich für weitere Exponate im künftigen Ahrtalbahnmuseum.

Bad Bodendorf. Zum ersten Bahntreff im neuen Jahr konnte Ulrich Stumm, Vorsitzender der Ahrtalbahnfreunde, mit Stephan Pauly den Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) in den Räumen des Bad Bodendorfer Bahnhofs begrüßen. Ulrich Stumm wies zunächst auf einige Veranstaltungen mit einer möglichen Beteiligung der Ahrtalbahnfreunde hin. So gab es eine Anfrage für ein Mitwirken beim Bad Bodendorfer Weinfest und dem Richtfest im Freilichtmuseum Kommern, wo der Bahnhof Walporzheim komplett wieder aufgebaut wird. Da es auch enge Verknüpfungen zur Brohltalbahn gibt, wies er auf zwei Veranstaltungen anlässlich des dortigen 125-jährigen Bestehens hin.
Stephan Pauly, der im Übrigen schon vor und während seines Studiums durch verschiedene Tätigkeiten eng mit der Bahn verwurzelt ist, gab anschließend einen Überblick über die Struktur des Busverkehrs im Ahrkreis und der benachbarten Region. Nach der verheerenden Ahrflut 2021 wurde aufgrund des Wegfalls der Ahrtalbahn der gesamte Busverkehr neu geordnet. Da die Schülerbeförderung eine Pflichtaufgabe des Kreises ist, mussten hier entsprechende Regelungen getroffen werden. Aufgrund der streckenweisen Wiederinbetriebnahme der Ahrtalbahn und der nach und nach wieder nutzbaren Schuleinrichtungen, waren hier ständig Fahrplanänderungen erforderlich. Das alles stellte eine ganz besondere Herausforderung für den VRM dar. Nachdem seit Mitte Dezember 2025 die Ahrtalbahn wieder durchgehend bis Ahrbrück fährt, waren erneut Anpassungen nötig. Pauly stellte einige Streckenverläufe der Busse dar.
Ein besonderer Hinweis galt dem Radbus mit Transportmöglichkeiten von 20 Fahrrädern, der von April bis Oktober täglich von Altenahr – an Wochenenden sogar ab Dernau – bis nach Blankenheim verkehrt. Für viele sicher auch neu die Direktverbindung von Sinzig nach Maria Laach. Im Anschluss erfolgte eine interessante Diskussion mit verschiedenen Fragen der Bahntreff-Besucher. So wurde von einem Teilnehmer die aktuell mangelnde ÖPNV-Anbindung von Marienthal angesprochen. Das Kloster selbst sei sicher ein bedeutender Anziehungspunkt. Hinzu käme, dass neue Wanderrouten mit Start und Ziel in Marienthal geschaffen worden seien. Hierzu gab es aber offensichtlich im Vorfeld keine näheren Informationen vom Tourismusverband an den VRM, um dem auch verkehrsmäßig gerecht zu werden, wie Pauly anmerkte.
Abschließend überreichte Stephan Pauly aus seiner privaten Sammlung eine Reihe alter Zugtafeln als Leihgabe für das im Aufbau befindliche Ahrtalbahnmuseum – eine willkommene Aktion, für die es einmal mehr Beifall gab.
Es war wieder einmal eine interessante und sehr informative Veranstaltung der Ahrtalbahnfreunde. Das nächstes Treffen steht dann am 25. Februar an, wie immer im Bad Bodendorfer Bahnhofsgebäude. Das dann aktuelle Thema wird rechtzeitig bekanntgegeben. Weitere Informationen dazu auch im Internet unter www.ahrtalbahnfreunde.de oder auf Instagram . Text Detlef Griesbach, Foto Jürgen Görgler

Ahrtalbahnfreunde: Gelungene Teilnahme am Bad Bodendorfer Adventsmarkt

Mit zu den ersten Weihnachtsmärkten im Ahrkreis gehört der Bad Bodendorfer Adventsmarkt. Da sich das ganze Geschehen rund um den Bahnhof abspielt, waren die Ahrtalbahnfreunde (ATBF), die in einem Teil der dortigen Räumlichkeiten eine Bleibe gefunden haben, natürlich mit von der Partie. Die Crew um ihre Vorsitzenden Ulrich Stumm und Wolfgang Groß sowie dem für die Errichtung des Museums federführenden Edgar Steinborn nahm denn auch gerne die Gelegenheit wahr, die zahlreichen Besuchenden über Aufgaben und Zielsetzungen des Vereines zu informieren. Natürlich geht es in erster Linie, wie der Vereinsname ja auch schon sagt, um die Ahrtalbahn. Allerdings steht alles, was mit dem Bahnbetrieb in unserer Gegend zu tun hat, auf der Agenda. Bei den regelmäßigen Treffen, immer am vierten Mittwoch jeden Monats, sind oftmals an verantwortlicher Stelle agierende Mitarbeitende der Deutschen Bahn und ihrer Gesellschaften zu Gast, die über aktuelle Themen, wie zum Beispiel die umfangreichen Streckensperrungen, fundiert informieren.

Erinnerungsfoto der Bahnhofs-Crew am ersten Tag des Adventsmarkts
Adventsmarkt Tag 2: Nikolaus kam höchstpersönlich und sprach den ATBF seine Anerkennung für deren Engagement um den Bahnbetrieb und das künftige Ahrtalbahnmuseum aus
Fleißige Helferinnen am Kuchenstand

Mit interessanten Filmen, wie über die völlig neu erstellte Trasse, Brücken und Tunel konnte bei dieser Gelegenheit den Gästen nahegebracht werden, was ab Mitte Dezember tatsächlich Realität wird: Die Bahn fährt dann durchgehend wieder bis Ahrbrück. Allerdings werden zunächst ausschließlich die Züge der Mittelrheinbahn (Linie 30) elektrisch fahren (Mireo von Siemens). Das Zugmaterial für die Linie 32 (Ahrbrück-Remagen-Bonn) aus dem Vareo-Angebot soll bis zum Sommer 2026 voraussichtlich durch den Talent 2 (Bombardier) umgestellt sein. Zudem kann die Linie 30 vorübergehend nur bis zum Bahnhof Altenahr verkehren; dies liegt an der noch nicht abgeschlossenen Baustelle „Spundwand bei Heimersheim“, wodurch die Strecke von Remagen bis Bad Neuenahr aktuell nur eingleisig befahrbar ist, mit Auswirkungen auf den Wechselbetrieb innerhalb der Ahrstrecke.

Uli Stumm (Vorsitzender) und Edgar Steinborn (Museumsbeauftragter der ATBF) informierten über die Aktivitäten des Vereins
Kontakt zum Nachbarmuseum: Hardy Rehmann (Mitte), Vorsitzender des Fördervereins Denkmalpflege und Museum in Sinzig, beim Austausch mit den Vorsitzenden der ATBF, Uli Stumm (rechts) und Wolfgang Groß

Ein weiterer Schwerpunkt der Informationen lag auf der Schaffung des geplanten Museums. Natürlich werden hier auch alte Gegenstände aus früheren Bahnzeiten ausgestellt. Ein zeitgemäßer Ansatz ist es aber, den Besuchenden einen Einblick in die Betriebsabläufe der Bahn zu verschaffen. Das soll mit Fahrsimulationen oder an kleinen Modellen anschaulich vermittelt werden. Der Verein ist im Übrigen gut vernetzt. So gibt es konkrete Kontakte und Zusammenarbeit mit dem Ahrtourismus und anderen Museen. Als Gast konnte unter anderen auch die Museumskuratorin Elke Hartkopf von der Bonner Firma „ConCultura“ begrüßt werden, die beim Aufbau des Museum Hilfestellung leistet. Und für die Kreissparkasse als Hausherr des Bahnhofsgebäudes stattete Sascha Stuntz einen Besuch ab. Von vielen Bad Bodendorfer Bürgern wurde sehr positiv angemerkt, dass die seit langem defekte Bahnhofsuhr auf Initiative der Ahrtalbahnfreunde inzwischen wieder funktioniert. Am 12. Dezember ist dann die offizielle Einweihung der komplett erneuerten Ahrtalstrecke. In einem Festzelt am Altenahrer Bahnhof gibt es daher mit vielen Gästen aus Wirtschaft und Politik ein Bürgerfest, zu dem auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Ministerpräsident Alexander Schweitzer und die neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, erwartet werden. Auch die Ahrtalbahnfreunde sind dort mit einem Infostand vertreten und nehmen im Verlauf des Programms an einer Talkrunde teil. Neue Mitglieder sind im Übrigen herzlich willkommen. Bei Interesse kann man sich unter www.ahrtalbahnfreunde.de schon einmal vorab informieren -oder einfach mal zum monatlichen Treffen im Bad Bodendorfer Bahnhof vorbeischauen.
DG / Fotos: ATBF