Heppingen/Oktober 2024. Drei Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe an der Ahr (Juli 2021), die unter anderem die historische Brückenverbindung zwischen Heppingen ud Heimersheim zerstörte, wird nun eine neue Straßenverbindung zwischen den beiden östlichen Ortsteilen von Bad Neuenahr-Ahrweiler errichtet. Die ursprüngliche Bogenbrücke, ein geschütztes Denkmal (51 m lang, erbaut 1897), konnte dem enormen Druck des Hochwassers nicht standhalten und wurde bis auf das Widerlager mit Bogenansatz auf der Heppinger Seite völlig zerstört. Der Neubau der Brücke – der erste Spatenstich erfolgte im September – soll nach einjähriger Bauzeit noch 2025 abgeschlossen sein. Mit einer Länge von 60 Metern – ohne zusätzliche Stützpfeiler – wird der Flutgefahr Rechnung getragen und der mögliche Durchfluß deutlich erhöht. Laut dem Stuttgarter Planungsbüro „schlaich bergermann partner“ (dass von der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler beauftragt wurde) handelt es sich um ein modern anmutendes Bauwerk mit Einspannung am Widerlager. Das Tragwerk besteht aus wetterfestem Stahl, mit im Verbund liegender Betonfahrbahnplatte.
Die Vorbereitungen für das Widerlager des Brückenneubaus sind bereits im Gange. Schon im Laufe des Jahres 2025 soll die neue Ahrquerung in Betrieb genommen werden. Foto: GörglerDie neue Ahrbrücke zwischen Heppingen und Heimersheim wird mit 61 m Länge spürbar größer sein als die bisherige mit vier Bögen. Somit wird der Ahr viel Raum auch bei Hochwasser gegeben. Foto: Planungsbüro „schlaich bergermann partner“
Die wiederhergestellte Verkehrsverbindung wird für beidseitigen Radfahrer- und Fußgängerverkehr konzipiert sein, zudem für Pkw mit Gegenverkehr. LKW sollen das Bauwerk ausdrücklich nicht befahren, ausgenommen sind Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge. Kalkuliert sind Gesamtkosten von etwa 4,75 Millionen Euro, die aus dem Wiederaufbaufonds abgedeckt sind.
Der Bahnübergang an der Martinusstraße führt zur derzeit noch provisorischen Ahrquerung in Richtung Heppinger Straße / Heimersheim. Der Brückenneubau läuft bereits (Bereich gelber Pfeil). Foto: Görgler
Zeitnah folgen in der Kernstadt weitere Brückenneubauten, so an der Landgrafenstraße, im Bereich von Bachem sowie die wichtige Flußquerung gegenüber dem Ahrtor, wo der Verkehr aus der Innenstadt auch in Richtung Ramersbach erfolgt, zudem eine schnelle Verbindung von und zum künftigen Feuerwehrgerätehaus auf dem ehemaligen Abenteuerspielplatz an der Ramersbacher Straße ermöglicht.
Die alte Heppinger Brücke (Apollinaris-Brücke) wurde 1897 als Bogenbrücke mit vier Bögen aus roten Ziegelsteinen erbaut. Ihre Vorgänger aus Holz wurden bei früheren Hochwassern mehrfach zerstört. Dieses Schicksal traf das hübsche Bauwerk in der Flut 2021. Foto: Toni Simons /AW-Wiki
Zurück nach Heppingen: Zu erwähnen ist, dass der vorhandene Restbogen der alten Apollinaris-Brücke als Mahnmal für die Opfer der schlimmen Flutkatstrophe erhalten bleiben soll.
Auf diesem Foto (Anfang Oktober 2024) ist die provisorische Brücke (links) sowie das vorbereitete Baugelände mit dem abestützten Rest des ersten Bogens der alten Brücke zu sehen. Foto: Görgler
Fachgerecht in Kommern aufgebaut, nur das Dach fehlt noch
Der Bahnhof von der Ahr wurde zu der neuen Baugruppe „Marktplatz Rheinland“ im Freilichtmuseum Kommern aufgebaut und soll den Museumsbesuchern die Geschichte des regionalen Eisenbahnbaus vermitteln. Foto: LVR-Freilichtmuseum Kommern
November 2024. Was macht eigentlich das ehemalige Bahnhofsgebäude aus Walporzheim? Ist es im Freilichtmuseum Kommern bereits aufgebaut? Nicht ganz, so die aktuelle Situation, wie wir auf Anfrage bei der Presseabteilung des Museums erfahren haben. Demnach wurde der zerlegte Fachwerkbau zeitnah nach Ankunft im Frühsommer auf sein vorbereitetes Podest montiert, allerdings nur mit einem Behelfsdach. Für 2025 ist der Aufbau des Dachstuhls sowie ein Richtfest geplant. Die angedachte offizielle Eröffnung im Rahmen der dann neuen Baugruppe „Marktplatz Rheinland“ ist derzeit für 2026 angesetzt. Das könnte sich aber aufgrund der angespannten Finanzsituation in den Kommunen nochmals verschieben, schließlich ist das Freilichtmuseum auf öffentliche Gelder angewiesen. Darüber hinaus wurde das Gebäude inzwischen thermobehandelt, um Schädlinge wie den Holzbock abzutöten und das Fachwerk auf lange Zeit zu erhalten. JG/ATBF
Walporzheim: Ein Bahnhof geht auf Reise…
Wehmutsvolle Erinnerung: Der 1911 in Betrieb genommen Bahnhof Walporzheim. Der hübsche Fachwerkbau wurde, nunmehr gut „verpackt“, auf die Reise nach Kommern geschickt.
27. Mai 2025 Walporzheim. Mit professionellen Kräften und schweren Fahrzeugen war ein Trupp des Freilichtmuseums Kommern angerückt, um nach monatelanger Vorarbeit die „Translozierung“ umzusetzen. Gemeint ist damit: Der schmucke Fachwerkbau, 1911 direkt auf dem damals neu errichteten Bahndamm in Betrieb genommen, wurde in möglichst große Einzelteile zerlegt, sorgfältig verpackt und per Schwertransporter zu seinem neuen Standort in die Eifel transportiert. Herzstück der Aktion war ein schwerer Liebherr-Mobilkran, der bei einem Eigengewicht von 35 t über satte 45 t Traglast und einer maximalen Hubhöhe von 48 m verfügt, vom heimischen Unternehmen Floßdorf bereitgestellt.
Perfekt vorbereitet durch das Team des Freilichtmuseums Kommern erfolgte der Abtransport der gut gesicherten Wandmodule der Gebäudeteile.
Die Arbeiten verliefen erstaunlich zügig und problemlos, jeder Handgriff saß – man merkte, dass die Leute ihr Handwerk verstehen. In gebührendem Abstand verfolgten die Walporzheimer die Aktion, mußten sie doch nun endgültig Abschied von ihrem geliebten Bahnhof nehmen, der nach Einführung der Fahrkartenautomaten grundsätzlich an Funktion verloren hatte, jedoch Fahrgästen Schutz vor Regen bot, zudem von den Ortsvereinen als Lager für Bestuhlung genutzt wurde
Je nach Größe und Gewicht der abzutransportierenden Gebäudeteile wurden spezielle Träger für den Kran zusammengefügt und eingesetzt.Das Dach des Bahnhofsgebäudes war bereits vor Wochen demontiert worden.
In Kommern werden die Einzelteile auf einem vorbeiteten Gelände am „Markplatz Rheinland“ nach gründlicher Restaurierung über den Sommer hinweg wieder zusammengefügt; dem Vernehmen nach inklusive Gleisanlage samt einem historischen Schienenbus. Die zahlreichen Besucher des Freilichtsmuseums, das wie viele anderen Einrichtungen zum Landesverband Rheinland gehört, werden vor Ort also einen typischen Kleinbahnhof besichtigen können, mit Stellwerkstechnik und Fahrkartenschalter. In direkter Nähe befindet sich übrigens auch eine weiterer Vertreter aus dem Kreis Ahrweiler: Die alte Schule aus Löhndorf, die in den 1980er Jahre von Kommern übernommen wurde.
Über die einstige Bedeutung der kleinen Bahnhöfe und die Museumspläne des Vereins Ahrtalbahnfreunde e. V. sprach Ulrich Stumm im Interview mit dem Südwestfunk.
Mit vor Ort waren auch die Ahrtalbahnfreunde e.V., Vorsitzender Ulrich Stumm wurde von Print- und Fernsehmedien direkt mehrmals interviewt und erläuterte die Bedeutung dieser ehemaligen Vorortbahnhöfe. Den Bahnhof Walporzheim hätte der Verein gerne als Sitz für das künftige Ahrtalbahnmuseum gepachtet. Allerdings war dies zuletzt nicht mehr möglich, da das Gelände in Gebäudenähe eingesackt war und die Bahn den Abriss fokussiert hatte – was vermutlich auch passiert wäre, wenn nicht das Freilichtmuseum zum Zuge gekommen wäre. Somit wird das künftige Ahrtalbahnmuseum – mit alter Technik und moderner Multimediapräsentation – voraussichtlich im stillgelegten Stellwerk am Bahnhof Ahrweiler eingerichtet, eine Alternative wäre auch das Bahnhofsgebäude in Bad Bodendorf.
Walporzheims Ortsvorsteher Gregor Sebastian und Dr. Carsten Vorwig (Leiter Freilichtmuseum Kommern) verfolgten die Arbeiten für den Abtransport des Bahnhofs, der künftig auch das „Tor zum Ahrtal“ in neuer Umgebung vertreten wird. Vor Ort ebenfalls Silke Lindemann (ganz rechts, Leiterin Produktionsvorbereitung und Steuerung der DB infraGO in Koblenz) sowie Cynthia Burge (Standort- und Bahnhofskonzepte), die in Sachen Wiederaufbau der Ahrtalbahn unterwegs waren und die Aktion in Walporzheim mit Interesse verfolgten.
Bleibt noch die Frage, was aus dem Haltepunkt Walporzheim wird? Der soll künftig einer modernen Haltestelle mit behindertengerechtem Zugang weichen, mit Unterstellmöglichkeit bei Regen, jedoch gänzlich ohne Gebäude.
Einen sehr schön gemachten Beitrag über den Abtransport des Bahnhofs hat unter anderem der Kölner Stadtanzeiger veröffentlicht. Sehr informativ ist auch der TV-Beitrag des SWR. Mehr zum Thema und zur Geschichte des Walporzheimer Bahnhofs in einem anderen Beitrag auf unserer Website. JG (Fotos Görgler / Stumm).
Mithilfe sog. Mehrzweckarbeitsgeräte (MZA) werden derzeit vorhandene Brückenbauwerke als Vorbereitung für die künftige Fahrleitung kontrolliert.
27.05.2024 / Ahrweiler. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Elektrifizierung der Ahrtalbahn – in Verbindung mit dem Wiederaufbau der Strecke nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 – auf Hochtouren. Dazu gehört die Vorbereitung zur Installation der Fahrleitung auch unter Berücksichtigung vorhandener Brückenbauwerke, wie hier an der Elligbrücke in Ahrweiler. Text/Fotos: J. Görgler