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Freunde der Ahrtalbahn zu Gast auf der Sauschwänzlebahn und in Trossingen

Die Freunde der Ahrtalbahn kümmern sich seit mittlerweile 19 Jahren um Bahnthemen- und Probleme vor Ort. Ein- oder zweimal im Jahr geht die Gruppe jedoch auch auf Reise zu den unterschiedlichsten Bahnzielen. Diese Touren führen mal ins Ausland (u.a. Rhätische Bahn, Semmering- und Vinschgaubahn), aber ebenso regelmäßig zu heimischen Bahnstrecken, Zügen und Betriebswerken. Aktuelles Ziel der Ahrtalbahnfreunde war kürzlich die „Sauschwänzlebahn“ (Wutachtalbahn) im südlichen Schwarzwald.

Wasser tanken in Zollhaus-Blumberg

Schon bei der Anreise nach Donaueschingen war die Bahnfahrt auf der Strecke durch den Hochschwarzwald, mit seinen Schluchten und Tälern, ein besonderes Erlebnis. Noch am Ankunftstag gab es einen Besuch bei der Schwarzwald-Modell-Bahn in Hausach. Hier ist die vollständige Schwarzwaldbahn – größte europäische Modelleisenbahn nach realem Vorbild – beeindruckend nachgebaut. Und auch in Donaueschingen gibt es einiges Sehenswertes, wie etwa Donauquelle, Fürstlich Fürstenbergisches Schloss oder Rathaus.

Die „Sauschwänzlebahn“ (auch Wutachtalbahn, nach dem gleichzeitig tangierten Flusstal) wurde in einer Rekordbauzeit von nur drei Jahren von 1887 bis 1890 erbaut und am 20. Mai 1890 eröffnet.

Strategische Verbindungsbahn

Verlauf Sauschwänzle- bahn

Damals hatten rein militärische Gründe zum Bau dieser „Strategischen Verbindungsbahn“ an der südlichen Reichsgrenze geführt – für schnelle Truppenverschiebungen und den Transport schwerer Kanonen in Ost-West-Richtung. Die Planungen für diese Nutzung ließen damals keine Steigungen von mehr als zehn 10 Promille zu. So musste die Strecke von nur 9,6 Kilometern Luftlinie von Zollhaus Blumberg zum Bahnhof Weizen und einem Höhenunterschied von 231 Metern durch Bögen, Kehrschleifen und eine volle Kreiskehre auf 25,88 Kilometer verlängert werden. Die Strecke wurde eingleisig gebaut, es war jedoch alle acht Kilometer eine Ausweichstelle für lange Züge vorgesehen. So entstand die heute als Museumbahn durch die „Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Wutachtalbahn“ betriebene imposante Dampflok-Strecke, ein technisches Kulturdenkmal.

Besondere Bauwerke sind der 805 Meter lange Buchbergtunnel, zahlreiche Viadukte und Talübergänge und schließlich Deutschlands einziger Kehrtunnel, der „Stickhalde-Kreiskehrtunnel.“ Dieser hat einen Durchmesser von 700 Metern und eine Länge von 1.700 Metern. Dessen Spiralsteigung beträgt 15,5 Meter. Von der damaligen Deutschen Bundesbahn war die „Wutachtalbahn“ am 01. Mai 1976 stillgelegt worden. Wegen ihres gekringelten Verlaufs wird die Bahn im Volksmund heute auch liebevoll als „Sauschwänzlebahn“ bezeichnet. Am folgenden Tag stand zunächst die Besichtigung des Eisenbahn-Museums Trossingen auf dem Ablaufplan. Die Trossinger Eisenbahn, erbaut schon am 14. Dezember 1898, ist mit nur vier Kilometern eine der kürzesten deutschen Nebenbahnen. Hiermit stellte die aufstrebende Gemeinde Trossingen seinerzeit auf eigene Kosten mit einem eigenen Stromsystem einen Anschluss an die im Neckartal verlaufende Staatsbahn her.

Die Eisenbahnfreunde in Zollhaus-Blumberg

Erster Elektrobetrieb

Die Trossinger Eisenbahn, abgekürzt TE, ist eine mit Gleichstrom betriebene Stichbahn in Baden-Württemberg. Die Nebenbahn verbindet seit 1898 die Stadt Trossingen mit dem peripher gelegenen Bahnhof Trossingen, veraltet auch Trossingen Staatsbahnhof genannt, an der Bahnstrecke Rottweil–Villingen. Die Strecke ist eine Nichtbundeseigene Eisenbahn, als Eisenbahninfrastrukturunternehmen fungieren die Stadtwerke Trossingen GmbH. Diese waren früher auch das verantwortliche Eisenbahnverkehrsunternehmen für den Regelverkehr, seit 2003 ist jedoch die Hohenzollerische Landesbahn AG (HzL) mit der Durchführung des Betriebs beauftragt. Der Güterverkehr wurde 1996 aufgegeben.

In Trossingen wurde damals eine der ersten elektrisch betriebenen Bahnen überhaupt betrieben. Der Bahnbetrieb wurde mit 600V Gleichstrom abgewickelt. Heute wird der Schienenpersonenverkehr durch die HzL abgewickelt.

Nach einer Führung durch das Museum erhielten die Ahrtalbahnfreunde im Bahnhof Trossingen die Gelegenheit, mit den vollständig erhaltenen historischen Zügen zu fahren. Von Trossingen ging es dann per Bus und Bahn weiter an den Bodensee nach Konstanz.

Von Trossingen ging es dann per Bus und Bahn weiter an den Bodensee nach Konstanz. Hier bestand die Möglichkeit zum Grenzübertritt in die nahe Schweiz, Stadtbummel oder einfach nur zum Genießen der Strandpromenade. Einige nutzten die tollen Wetter- und Wasserbedingungen auch zu einem ausgiebigen Bad im Bodensee. Dank und Lob der Teilnehmer gingen an Organisator Wolfgang Groß. Dieser ist auch Sprecher der Ahrtalbahnfreunde und hatte wie gewohnt auch hier nichts dem Zufall überlassen und bei einer Vortour die Reiseziele erkundet.