Wir – unsere Aktivitäten

Dezember 2019

Eisenbahn historisch und im aktuellen Güterbetrieb

„Freunde der Ahrtalbahn“ besuchten das Verkehrsmuseum Nürnberg und die Augsburger Localbahn

November 2019

Historie und Aktualität begegneten den „Freunden der Ahrtalbahn“ bei ihrer jüngsten Reise nach Nürnberg und Augsburg. Der Historie wegen waren sie nach Nürnberg gefahren, um sich dort im Verkehrsmuseum, dem Hauptmuseum Deutschen Bahn AG, umzusehen. Und die Aktualität  erlebten sie einen Tag später, als sie die Augsburger Localbahn besuchten, eine ganz spezielle Güterbahn.

Im Nürnberger Museum fanden die Eisenbahnfreunde reichlich Stoff für ihre Leidenschaft, sich mit der Eisenbahn zu befassen. Die Geschichte ab 1835 über die Zeit der Länderbahnen bis zur frühen Deutschen Reichsbahn und dann die Bahngesellschaften in der alten Bundesrepublik und der DDR bis 1990 bot eine Fülle an Information. Und auch die Zeit bis heute gehörte dazu, alles sehr anschaulich und informativ dargeboten. Ein Höhepunkt: Auf der imposanten Modellbahnanlage ist echter Bahnbetrieb mit vorschriftsmäßigem Blockabstand umgesetzt.

Die Augsburger Localbahn ist eine schon mehr als 125 Jahre bestehende Güterbahn, die wohl als einzige ihrer Art noch übrig geblieben ist. Im Jahre 1889 entschlossen sich mehrere Augsburger Industriebetriebe, dem in den Straßen herrschenden Verkehrschaos durch Fuhrwerke (!) Abhilfe zu verschaffen mit dem Bau einer Eisenbahn. Es entstand eine Rundbahn, die die Verbindung zum Ausburger Bahnhof herstellte. Und sie fährt noch heute, zwei der Anteilseigner waren schon vor 129 Jahren dabei. Geschäftsführer Helmuth Schmitt  empfing die Gruppe aus dem Ahrtal und informierte sie theoretisch und praktisch über den Bahnbetrieb. Rund 40 Menschen arbeiten hier heute noch, sie führen Rangierfahrten und Gütertransporte, auch auf externen Strecken, durch und transportieren 1,2 Mio. Tonnen im Jahr.

Die „Freunde der Ahrtalbahn“ beim Besuch des Bahnlogistikbetriebs Augsburger Localbahn. Foto: Freunde der Ahrtalbahn

Die Gruppe aus dem Ahrtal wusste sehr zu schätzen, dass Helmuth Schmitt nicht nur ein exzellenter Kenner seiner  Eisenbahn, sondern auch seiner Heimatstadt ist. Bevor sie im Augsburger Hauptbahnhof den Zug in Richtung Rheinland bestieg, erlebte sie in kompakter, aber intensiver Art und Weise die Geschichte der Stadt und erfuhr viel über die freie Reichstadt, die Handelsmacht der Fugger, über Reformation und den Augsburger Religionsfrieden, die (seinerzeit unerwünschte) Zugehörigkeit zum Königreich Bayern, die Industrialisierung und das Schicksal der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Wolfgang Groß, Sprecher der Freunde der Ahrtalbahn und Organisator der Fahrt, dankte Schmitt dafür im Namen aller.

Die „Freunde der Ahrtalbahn“ treffen sich zu ihrem offenen Stammtisch an jedem vierten Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr in der Gaststätte „Ehemaliger Winzerverein “ in Bad Bodendorf, das nächste Mal wieder im Januar. Alle an den  Themen Nahverkehr, Bahn und Bus Interessierte sind jederzeit willkommen.

Besuch am Ablaufberg von Maschen

Freunde der Ahrtalbahn auf Hamburgtour – Besuch des größten Rangierbahnhofs Europas

23.08.19

Wenn die „Freunde der Ahrtalbahn“ auf Reisen gehen, steht immer ein interessantes Eisenbahnprogramm an. Die Gruppe engagiert sich in Fragen des Öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Ahrweiler und der Eisenbahn überhaupt. Und da Reisen bekanntlich bildet, hatte Wolfgang Groß, Sprecher der Gruppe und Organisator der Fahrt nach Hamburg, ein passendes Programm vorbereitet.

Zentraler Punkt war eine ausführliche Besichtigung des größten Rangierbahnhofs Europas (und des zweitgrößten der Welt) in Maschen bei Hamburg. Hier werden am Tag 100 Züge angenommen und neu zusammengestellt auf 300 Kilometern Gleis, zwei  Ablaufberge stehen für die ankommenden Züge zur Verfügung – eine wahrhaft gigantische Anlage. Dirk Günther, Gruppenleiter der  DB Cargo in Maschen, erläuterte seinen Gästen den Rangierbahnhof bis in die kleinsten Verästelungen. Das reichte vom sehr informativen und unterhaltsamen Einführungsvortrag über Erläuterungen zum Gelände von der Dachterrasse aus bis zum Besuch am Arbeitsplatz  des Bergmeisters – er organisiert das Geschehen  auf dem Ablaufberg. Hier werden die Waggons aus frisch eingetroffenen Güterzügen ungekuppelt hinaufgeschoben und dann in genau berechnetem Abstand auf die für sie bestimmten Gleise verteilt zu werden.

Die Freunde der Ahrtalbahn  mitten im Eisenbahnalltag: Besuch des Rangierbahnhofs in Maschen bei Hamburg. Foto. Privat

Das waren auch für Eisenbahninsider  und interessierte Laien spannende Einblicke, die dankbar aufgenommen wurden. Mit einem weiteren Programmpunkt hatten die Freunde der Ahrtalbahn weniger Glück:  Am frühen Morgen wollten sie ab dem Hotelstandort Buxtehude mit einem neuartigen Wasserstofftriebwagens fahren – der Prototyp machte allerdings schlapp und fiel aus. Also ging die Fahrt über die landschaftlich attraktive Strecke nach Bremervörde eine Stunde später mit einem Dieseltriebwagen – und gleich wieder zurück.

Öffentlicher Personennahverkehr bedeutet in Hamburg nicht nur Regionalbahn, S-Bahn, U-Bahn und Bus, sondern auch Linienschiff. So nutzte die Gruppe ihr Tagesticket auch für die Elbfähre nach Finkenwerder. Anschließend unternahm man eine Gang durch die frisch renovierte Röhre des alten Elbtunnels – ein technisches Denkmal von Rang, das 1911 gebaut wurde, um die Arbeiter zu Fuß oder per Fahrrad von der Stadtseite zu den Werften zu bringen.

Auch bei den Freunden der Ahrtalbahn geht es nicht immer nur um die Eisenbahn. Die Terrasse der Elbphilharmonie war ebenso einen Besuch wert wie die Schiffsbegrüßungsanlage in Wedel. Eine Fahrt mit der Buslinie 111 verband beides:  Personennahverkehr und Tourismus, denn an dieser Linie finden sich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten von Hamburg  wie auf der Perlenschnur aufgereiht.

Die Freunde der Ahrtalbahn treffen sich zu ihrem offenen Stammtisch an jedem vierten Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr in der Gaststätte „Winzerverein“ in Bad Bodendorf. Alle an den  Themen Nahverkehr, Bahn und Bus Interessierte sind jederzeit willkommen.

Weihnachtsfeier der Ahrtalbahnfreunde Dez 2019

Einsatz für Elektrifizierung, Barrierefreiheit und Beschleunigungen

Eine überaus gute Resonanz konnten die Freunde der Ahrtalbahn bei ihrer Weihnachtsfeier im romantischen Gewölbekeller des früheren Winzervereins Bad Bodendorf verzeichnen. Bei der gewohnt launigen Schilderung diverser Ahrtalbahnfreunde-Episoden gab es den verdienten Beifall für Nikolaus Kurt Josten sowie für den „Schwarzen Mann,“ Karl-Heinz Joest. Wolfgang Groß, Sprecher der Ahrtalbahnfreunde, brachte zunächst seine Freunde über den guten Besuch sowie den gelungenen Auftritt vom heiligen- und schwarzen Mann (Hans Muff) zum Ausdruck. Besonders willkommen hieß er Ulrich Eupen, der mittlerweile mit seiner Frau Heike in York (Altes Land) bei Hamburg lebt und der trotzdem weiter regelmäßig viele Veranstaltungen der Freunde der Ahrtalbahn besucht. Dorthin soll im kommenden Jahr, neben anderen Aktivitäten, auch eine Fahrt der Ahrtalbahnfreunde führen. Wolfgang Groß sprach in seinen kurzen Ausführungen natürlich auch einige aktuelle Bahnthemen an.

Gute Entwicklung

So beispielsweise die „wirklich gute Entwicklung der Ahrtalbahn.“ In diesem Zusammenhang betonte er die erfreuliche Einstellung der Bemühungen der Deutschen Bahn (DB) zum Wegfall durchgehender Züge zwischen Ahrbrück und Remagen (RB 30). Dies sei das Ergebnis zahlreicher Bemühungen, vor allem lokaler Akteure. Am Ball bleiben wollen die Bahnfreunde auch bei der Elektrifizierung der Ahrtalbahn. In diesem Zusammenhang erläuterte der Bahnfachmann Wolfgang Groß auch die „rasante Entwicklung alternativer Antriebsmöglichkeiten.“ Hierüber und weitere Bahn-Zukunftsthemen hatten die Ahrtalbahnfreunde im August auch ein ausführliches Gespräch beim Mainzer Verkehrsministerium. Etwa im März 2019 soll von diesem eine Machbarkeitsstudie zur Elektrifizierung vorgestellt werden. Verschiedene Vorschläge machten die Ahrtalbahnfreunde auch für Maßnahmen für Beschleunigungen der Zugfahrten der Ahrtalbahn sowie neue Haltepunkte, etwa für Bad Neuenahr-Mitte. Auch für den barrierefreien Umbau des Bahnhaltepunktes Ahrweiler-Markt wolle man sich weiter einsetzen. Wolfgang Groß betonte, dass sich die Ahrtalbahnfreunde überparteilich engagieren. Derzeit laufen auch Dialoge zu Bahnthemen mit den beiden Kandidaten für das Amt des Altenahrer Verbandsbürgermeisters.

30. November 2018

Freunde der Ahrtalbahn zu Gast auf der Sauschwänzlebahn und in Trossingen

Die Freunde der Ahrtalbahn kümmern sich seit mittlerweile seit 1999 um Bahnthemen- und Probleme vor Ort im Ahrtal aber auch mittlerweile an der Rheinstrecke im Ahrkreis.

Ein- oder zweimal im Jahr geht die Gruppe jedoch auch auf Reise zu den unterschiedlichsten interessanten Orten mit interessanten Bahnstrecken, Bahnhöfen oder Betriebswerken. Diese Touren führen mal ins Ausland (u.a. Rhätische Bahn, Semmering- und Vinschgaubahn), aber ebenso regelmäßig zu heimischen Bahnstrecken, Zügen und Betriebswerken. Aktuelles Ziel der Ahrtalbahnfreunde war kürzlich die „Sauschwänzlebahn“ (Wutachtalbahn) im südlichen Schwarzwald.

Wasser tanken in Zollhaus-Blumberg

Schon bei der Anreise nach Donaueschingen war die Bahnfahrt auf der Strecke durch den Hochschwarzwald, mit seinen Schluchten und Tälern, ein besonderes Erlebnis. Noch am Ankunftstag gab es einen Besuch bei der Schwarzwald-Modell-Bahn in Hausach. Hier ist die vollständige Schwarzwaldbahn – größte europäische Modelleisenbahn nach realem Vorbild – beeindruckend nachgebaut. Und auch in Donaueschingen gibt es einiges Sehenswertes, wie etwa Donauquelle, Fürstlich Fürstenbergisches Schloss oder Rathaus.

Die „Sauschwänzlebahn“ (auch Wutachtalbahn, nach dem gleichzeitig tangierten Flusstal) wurde in einer Rekordbauzeit von nur drei Jahren von 1887 bis 1890 erbaut und am 20. Mai 1890 eröffnet.

Strategische Verbindungsbahn

Verlauf Sauschwänzlebahn

Damals hatten rein militärische Gründe zum Bau dieser „Strategischen Verbindungsbahn“ an der südlichen Reichsgrenze geführt – für schnelle Truppenverschiebungen und den Transport schwerer Kanonen in Ost-West-Richtung. Die Planungen für diese Nutzung ließen damals keine Steigungen von mehr als zehn 10 Promille zu. So musste die Strecke von nur 9,6 Kilometern Luftlinie von Zollhaus Blumberg zum Bahnhof Weizen und einem Höhenunterschied von 231 Metern durch Bögen, Kehrschleifen und eine volle Kreiskehre auf 25,88 Kilometer verlängert werden. Die Strecke wurde eingleisig gebaut, es war jedoch alle acht Kilometer eine Ausweichstelle für lange Züge vorgesehen. So entstand die heute als Museumbahn durch die „Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Wutachtalbahn“ betriebene imposante Dampflok-Strecke, ein technisches Kulturdenkmal.

Besondere Bauwerke sind der 805 Meter lange Buchbergtunnel, zahlreiche Viadukte und Talübergänge und schließlich Deutschlands einziger Kehrtunnel, der „Stickhalde-Kreiskehrtunnel.“ Dieser hat einen Durchmesser von 700 Metern und eine Länge von 1.700 Metern. Dessen Spiralsteigung beträgt 15,5 Meter. Von der damaligen Deutschen Bundesbahn war die „Wutachtalbahn“ am 01. Mai 1976 stillgelegt worden. Wegen ihres gekringelten Verlaufs wird die Bahn im Volksmund heute auch liebevoll als „Sauschwänzlebahn“ bezeichnet. Am folgenden Tag stand zunächst die Besichtigung des Eisenbahn-Museums Trossingen auf dem Ablaufplan. Die Trossinger Eisenbahn, erbaut schon am 14. Dezember 1898, ist mit nur vier Kilometern eine der kürzesten deutschen Nebenbahnen. Hiermit stellte die aufstrebende Gemeinde Trossingen seinerzeit auf eigene Kosten mit einem eigenen Stromsystem einen Anschluss an die im Neckartal verlaufende Staatsbahn her.

Die Eisenbahnfreunde in Zollhaus-Blumberg

Erster Elektrobetrieb

Die Trossinger Eisenbahn, abgekürzt TE, ist eine mit Gleichstrom betriebene Stichbahn in Baden-Württemberg. Die Nebenbahn verbindet seit 1898 die Stadt Trossingen mit dem peripher gelegenen Bahnhof Trossingen, veraltet auch Trossingen Staatsbahnhof genannt, an der Bahnstrecke Rottweil–Villingen. Die Strecke ist eine Nichtbundeseigene Eisenbahn, als Eisenbahninfrastrukturunternehmen fungieren die Stadtwerke Trossingen GmbH. Diese waren früher auch das verantwortliche Eisenbahnverkehrsunternehmen für den Regelverkehr, seit 2003 ist jedoch die Hohenzollerische Landesbahn AG (HzL) mit der Durchführung des Betriebs beauftragt. Der Güterverkehr wurde 1996 aufgegeben.

In Trossingen wurde damals eine der ersten elektrisch betriebenen Bahnen überhaupt betrieben. Der Bahnbetrieb wurde mit 600V Gleichstrom abgewickelt. Heute wird der Schienenpersonenverkehr durch die HzL abgewickelt.

Nach einer Führung durch das Museum erhielten die Ahrtalbahnfreunde im Bahnhof Trossingen die Gelegenheit, mit den vollständig erhaltenen historischen Zügen zu fahren. Von Trossingen ging es dann per Bus und Bahn weiter an den Bodensee nach Konstanz.

Von Trossingen ging es dann per Bus und Bahn weiter an den Bodensee nach Konstanz. Hier bestand die Möglichkeit zum Grenzübertritt in die nahe Schweiz, Stadtbummel oder einfach nur zum Genießen der Strandpromenade. Einige nutzten die tollen Wetter- und Wasserbedingungen auch zu einem ausgiebigen Bad im Bodensee. Dank und Lob der Teilnehmer gingen an Organisator Wolfgang Groß. Dieser ist auch Sprecher der Ahrtalbahnfreunde und hatte wie gewohnt auch hier nichts dem Zufall überlassen und bei einer Vortour die Reiseziele erkundet.

August 2018