Ahrtaler Eisenbahnfreunde

2017 Dringend notwendig: Neubaumaßnahmen

2017: DB Netz erklärt Überlastung der Strecke Köln – Remagen

Folgen für die Ahrtalbahn – Endlich Verbesserungen umsetzen

Sicherung der attraktiven Verbindungen

DB Netz hat Mitte 2017 in einem formellen Verfahren die Strecke Köln bis Remagen für überlastet erklärt. In diesem Verfahren nach § 59 Eisenbahn Regulierungsgesetz (ERegG) musste ein Plan zur Erhöhung der Schienenwegkapazität den Aufsichtsbehörden Bundesnetzagentur und Eisenbahn-Bundesamt vorgelegt werden. Darin war zunächst u.a. eine Kappung der durchgehenden Verbindungen der Ahrtalbahn von und nach Bonn tagsüber vorgesehen. Der Freiraum sollte u.a. für mehr Güterzüge auf der Rheinstrecke genutzt werden. Dies konnte auf Grund vieler Proteste und Einspruch der Behörden zunächst abgewendet werden.

Damit ist das Problem aber nicht vom Tisch.

Die Gefahr der Verringerung des Fahrplanangebotes der durchgehenden Ahrtalbahnzüge von und nach Bonn ist nicht gebannt sondern nur aufgeschoben. Die Pläne zur Verringerung des Angebotes können in den nächsten Jahren immer wieder aus den Schubladen der Schreibtische von DB Netz gezogen werden. Dies kann nur verhindert werden, wenn endlich Planungen und Umsetzungen zur Schaffung von mehr Gleiskapazitäten erfolgen, um auf der Rheinstrecke mehr Züge fahren zu können. Aber auch für die Ahrstrecke sind dringend notwendige, teilweise seit Jahren diskutierte infrastrukturelle Verbesserungen notwendig. Diese sind nachfolgend dargestellt.

Rheinstrecke

Der für den Nahverkehr in NRW zuständige Kölner Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) plant den Bau von zusätzlichen Gleisen zwischen Köln und Bonn-Mehlem. Eine erste Machbarkeitsstudie wurde erstellt. Ziel ist die Einrichtung eines S-Bahnverkehrs (S 17) von Köln bis Bonn. Es gibt aber keine Pläne, die Gleiskapazitäten bis Remagen auszuweiten. Dies ist aber dringend zur Sicherung des Nahverkehrs auch zur Ahrstrecke dringend notwendig.
Dies ist Aufgabe des Landes Rheinland-Pfalz, ggf. durchzuführen von Koblenzer Zweckverband SPNV Nord. Pläne dazu sind bislang nicht bekannt.

Ahrstrecke

Vorschläge zur Beschleunigung des Zugverkehrs mit einem echten Halbstundentakt an der Ahrstrecke wurden teilweise schon vor vielen Jahren entwickelt.

Im Detail handelt es sich dabei um folgende Maßnahmen

Umbau des Haltepunktes Bad Bodendorf

Wegen des heutigen Mittelbahnsteiges und höhengleichen Zugang sind bislang keine parallelen Einfahrten von Zügen möglich. Es kann immer nur ein Zug nach dem anderen an den Bahnsteig fahren. Dies kann durch den Bau von neuen Bahnsteigen an den beiden Gleisseiten vermieden werden. Resultat: Bessere Planung von Fahrzeiten.

Modernes Stellwerk ab Walporzheim bis Ahrbrück

Ein modernes Stellwerk mit modernen automatischen Signalanlagen trägt zu schnelleren Fahrzeiten bei.
Im Bf Kreuzberg entfällt pro Zug von und nach Ahrbrück ein zeitaufwändiges veraltetes Verfahren zur Schlüsselübergabe an den Lokführer.
Zusätzliche Signale z.B. in Mayschoß können dazu beitragen, das Züge schneller folgend können. Derzeit beträgt die Fahrzeit zwischen Kreuzberg und Dernau jeweils 12 Minuten, so lange müssen Züge warten, ehe sie folgend können. Dies kann deutlich verkürzt werden.
In Altenahr muss derzeit bei Zügen in Richtung Kreuzberg immer vom Lokführer mit einer Bedienungshandlung auf dem Bahnsteig der Bahnübergang der Bundesstraße 256 geschlossen werden. Daher halten hier alle Züge bis zu drei Minuten. Dies kann durch moderne Technik auf 1 Minute reduziert werden.

Technische Sicherung Bahnübergang in Dernau

Am Bahnübergang in Dernau, Weg zur Steinbergsmühle, fehlt eine technische Sicherung. Alle Züge dürfen hier nur 20 km/h fahren. Bei einer technischen Sicherung sind höhere Geschwindigkeiten bis 80 km/h möglich.

Weichen modernisieren

In Dernau und Kreuzberg können die Weichen bei Fahrten ins Nachbargleis nur mit 40 km/h befahren werden. Moderne Weichen lassen hier durchaus 60 km/h zu.

Elektrifizierung der Ahrstrecke

Was Jahrzehnte als Wunschtraum galt, könnte durchaus Wirklichkeit werden. Der Zweckverband NVR in Köln will solche Pläne für die Strecke Bonn – Euskirchen zügig umsetzen. Damit entfallen dort die Dieselzüge, eben die Züge, mit denen die Ahrtalbahn im täglichen Umlauf verbunden ist. Der Verkehr wird im elektrischen Betrieb nachweislich nicht nur schneller sondern auch kostengünstiger. Gleiches gilt u.a. im Raum Aachen. Alle Nebenstrecken der Euregio-Bahn sollen aus wirtschaftlichen Gründen elektrifiziert werden.
Elektrische Züge sind leistungsstärker, schneller im Antrieb und haben höhere Geschwindigkeiten. So könnten dann Ahrzüge statt heute mit 120 km/h mit 140 oder 160 km/h zwischen Remagen und Bonn verkehren. Auch wäre ein Stärken und Schwächen in Remagen möglich.
Ob Züge mit Brennstoffzellen eine Alternative darstellen, kann erst nach den ersten Betriebserfahrungen in anderen Regionen festgestellt werden. Auch ob eine Kompatibilität mit elektrischen Zügen möglich ist, ist fraglich.

Resultat

Mit all diesen Maßnahmen wäre eine langfristige attraktive Angebotssicherung für den Ahrkreis möglich. Auch die Fahrplanlagen statt heute 40/20/40 Minuten (Remagen – Dernau) könnten auf einen reinen halbstunden-Takt verbessert werden.




Bahnübergang Dernau, Steinbergsmühle, 20 Km/h